Sammatti

Sammatti [ˈsɑmːɑtːi] ist eine ehemalige Gemeinde im Süden Finnlands. Zum Jahresbeginn 2009 wurde sie in die Stadt Lohja eingemeindet.
Sammatti liegt im Westen der Landschaft Uusimaa rund 65 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Helsinki. Das ehemalige Gemeindegebiet von Sammatti ist ländlich geprägt und hat eine Fläche von 85,06 km² (davon 13,05 km² Binnengewässer). Einziges Siedlungszentrum (taajama) von Sammatti ist das gleichnamige Kirchdorf, in dem 872 Menschen leben (Stand: 31. Dezember 2011). Außer dem Kirchdorf gehörten zu der Gemeinde die Dörfer Haarijärvi, Karstu, Kaukola, Kiikala, Leikkilä, Lohilampi, Luskala, Myllykylä und Niemenkylä. Die Einwohnerzahl der Gemeinde Sammatti betrug zuletzt 1.365.
Die erste urkundliche Erwähnung von Sammatti stammt aus dem Jahr 1406. 1591 wurde Sammatti zu einer eigenen Kirchengemeinde. Bekannt ist Sammatti als Geburtsort von Elias Lönnrot, dem Verfasser des finnischen Nationalepos Kalevala. Lönnrot wurde 1802 in Sammatti geboren. Nach seiner Pensionierung kehrte er 1862 nach Sammatti zurück und verbrachte dort seine Alterstage. Elias Lönnrot war seinem Geburtsort sehr verbunden und spendete Sammatti eine Bibliothek und eine Volksschule. Sein Geburtshaus ist heute neben der Holzkirche aus dem Jahr 1755 die wichtigste Sehenswürdigkeit von Sammatti.
60.31666666666723.816666666667Koordinaten: 60° 19′ N, 23° 49′ O

Muhammad Nāsir ad-Dīn al-Albānī

Muhammad Nāsir ad-Dīn al-Albānī (arabisch محمد ناصر الدين الألباني, DMG Muḥammad Nāṣir ad-Dīn al-Albānī; * 1914 in Shkodra, Albanien; † 2. Oktober 1999 in Amman, Jordanien) war ein bekannter islamischer Gelehrter, der großen Einfluss auf die Entwicklung des zeitgenössischen Salafismus genommen hat.

Albani wurde 1914 im albanischen Shkodra geboren, sein Vater Nadschati al-Albani studierte noch zur Osmanischen Zeit in Istanbul hanafitisches Fiqh. Im Jahre 1923, nachdem eine säkulare Regierung an die Macht gekommen war, entschloss sich seine Familie, das Land zu verlassen und sich in Damaskus niederzulassen. Hier begann al-Albānī mit dem Studium des Korans, des hanafitischen Fiqh und anderer Fächer.
Im Alter von 20 Jahren begann er sich auf die Hadith-Wissenschaften zu spezialisieren. Albani forschte weiter auf diesem Gebiet, trotz der Entmutigung seitens seines Vaters, der hoffte, dass er sich mit einfacheren Themen befasse. Albani war finanziell nicht imstande, sich die erforderlichen Bücher zu leisten, sodass er diese häufig von der berühmten az-Zahiriya-Bibliothek in Damaskus auslieh. Ihm wurde dann vom Bibliotheksbesitzer ein eigener Arbeitsraum zugeteilt, in dem er seinen Forschungen nachgehen konnte. Seine Arbeiten unterbrach er nur zum Gebet. Er hat sich an der Katalogisierung arabischer Handschriften der Bibliothek beteiligt und Handschriftenkataloge, die heute noch wegweisend sind, publiziert. 1954 begann al-Albānī, selbst Hadith zu unterrichten, und wurde berühmt für sein enormes Wissen auf diesem Feld.
Obwohl al-Albānī es vermied, irgendeine politische Position zu beziehen, beunruhigte seine wachsende Popularität die syrische Regierung, so dass sie ihn 1960 unter Hausarrest stellte. 1961 wurde er auf Vorschlag von Abd al-Aziz ibn Baz an die neu gegründete Islamischen Universität von Medina berufen, an der er die folgenden zwei Jahre Hadithwissenschaften unterrichtete. Nachdem er sich hier mehrere heftige Auseinandersetzungen mit wahhabitischen Gelehrten geliefert hatte, wurde 1963 sein Vertrag nicht verlängert, und er musste das Königreich verlassen. Er lebte die folgenden Jahre in Syrien, wurde dort aber zwei Mal für mehrere Monate inhaftiert. Nachdem 1965 Sayyid Qutb hingerichtet worden war und viele islamischen Bewegungen ihm ihre Ehrerbietungen darbrachten, war er einer der wenigen, die offene Kritik an Qutb übten, indem er nämlich sein Konzept des Glaubens angriff, das seiner Auffassung zufolge Spurenelement der sufischen Lehre von Muhyī d-Dīn Ibn ʿArabī aufwies.
1975 wurde er zum Mitglied des Obersten Rats der Islamischen Universität Medina ernannt und damit in Saudi-Arabien teilweise rehabilitiert. In dieser Zeit geriet er in einen immer schärferen Gegensatz zur Muslimbruderschaft, deren Anhänger seine Vorlesungen boykottierten und in ihrer Zeitschrift al-Mudschtamaʿ sehr negativ über ihn schrieben. Schüler von al-Albānī, die das Wahhabitentum von dem Einfluss der Muslimbrüder befreien wollten, bildeten eine Gruppierung, die sich Ahl al-hadīth nannte und gegen die in den frühen 1970er Jahren aufblühende Bewegung des „islamischen Erwachens“ (aṣ-ṣaḥwa al-islāmīya) vorging. Mit der Besetzung der Großen Moschee 1979 forderte diese Gruppierung die saudische Regierung gewaltsam heraus. So musste al-Albānī Saudi-Arabien erneut verlassen. Er ließ sich nun in Jordanien nieder und lebte bis zu seinem Tod in Amman unter Hausarrest. In seinen letzten Jahren verhielt er sich weniger konfrontativ.
Albanis hadithwissenschaftliche Arbeiten wurden in der islamischen Welt oft als zu dogmatisch und kontextlos kritisiert. Vor allem die von ihm in seinem Buch Ādāb al-Zifāf (Die Etiketten der Heirat) vertretene Meinung, dass Gold in Form von Ringen, Bändern oder anderen runden Gegenständen auch für Frauen verboten (haram) sei, wird auch von der Salafiyya-Richtung, der al-Albani angehörte, als falsch abgelehnt.
Unter seinen Editionen alter Hadithwerke islamischer Gelehrsamkeit ist eine Publikation der harten Kritik unterzogen worden: das „Buch über den Vorrang, den Segensspruch über den Propheten (Mohammed) zu sprechen“ von Isma’il ibn Ishaq al-Qadi († 895), einem berühmten malikitischen Rechtsgelehrten seiner Zeit aus Bagdad. Die Edition von al-Albani (1. Auflage Damaskus 1963; 2. Auflage Beirut 1969; 3. Auflage Beirut 1977) auf insg. 87 Seiten in Kleinformat hat As’ad Salim Tayyim näher untersucht und in seiner Rezension von 60 (!) Seiten erhebliche Mängel sowohl in der Edition als auch in den Kommentaren von al-Albani nachgewiesen.

KV54

KV54 Grabmal von Tutanchamun Balsamierungsdepot
KV54 (Kings‘ Valley no. 54), das altägyptische Grab Nummer 54 im Tal der Könige, konnte aufgrund der Fundstücke in die Zeit nach Tutanchamuns Tod datiert werden. Es wird auch als „Balsamierungsdepot“ bezeichnet, da sich Balsamierungsmaterialien, verschiedene Begräbnisutensilien und andere Objekte fanden.

KV54 wurde im Dezember 1907 von Edward R. Ayrton entdeckt, der von 1905 bis 1908 für den US-amerikanischen Rechtsanwalt Theodore M. Davis grub. Die Ausgrabungen dauerten bis zum Jahr 1908 an.
Es handelt sich hierbei nicht um ein Grab im üblichen Sinne, sondern um eine kleine, flache Grube, die in der Literatur allgemein als „Balsamierungsdepot Tutanchamuns“ (Embalming Cachette) bezeichnet wird. Es ist undekoriert und seine Gesamtgröße beträgt lediglich circa zwei Quadratmeter.
Das Depot wurde nach dem Tode Tutanchamuns als Lagerstätte für dessen Einbalsamierungsmaterial und Begräbnisutensilien benutzt. Da sich aber zudem noch Anderes in KV54 fand, das in keiner Verbindung zu einem Begräbnis stand, kamen die Ägyptologen zu dem Ergebnis, dass hierher auch Gegenstände gebracht worden waren, die sich ursprünglich im Gang seines Grabes befunden hatten. Nachdem das Grab Tutanchamuns (KV62) zweimal beraubt worden war, wurden diese Gegenstände in KV54 deponiert, bevor der Korridor des Königsgrabes selbst wieder mit Geröll angefüllt, verschlossen und versiegelt wurde. Die Überreste der Beerdingungszeremonie ließen den Schluss zu, dass bei der Bestattung des Königs acht Personen anwesend gewesen sein mussten.
Nicholas Reeves zufolge fand Ayrton folgende Gegenstände: 50 Beutel mit Natron, 180 Mumienbinden, 72 Opferschalen, Vorratskrüge, die auf kleinen Tonsiegeln den Thronnamen Tutanchamuns (Neb-cheperu-Re) trugen, Leinenfragmente mit hieratischer Schrift versehenen Etiketten aus dem 6. und 8. Regierungsjahr Tutanchamuns sowie zahlreiche Tierknochen, die wohl vom Leichenschmaus übrig geblieben waren, einige verwelkte Blumenkränze, Skarabäen und schließlich eine kleine vergoldete Totenmaske aus Kartonage, die vermutlich von einem der beiden Föten aus Tutanchamuns Grab stammt. Howard Carter erwähnt zudem, dass auch Tonsiegel mit dem Abdruck der Totenstadt gefunden wurden.
Fast alle Fundstücke befinden sich heute im Metropolitan Museum of Art in New York. Diese wurden 1923 von Herbert E. Winlock ausgewertet und das Ergebnis 1941 in New York unter dem Titel Materials Used at the Embalming of Tut-ankh-amun veröffentlicht. Die kleine vergoldete Totenmaske aus Kartonage befindet sich hingegen im Ägyptischen Museum in Kairo und trägt die Inventar-Nr. JE 39711.
Fundstücke im Metropolitan Museum of Art (New York)
Blumenkragen
Leinentuch
Töpferwaren
Langhalsflasche
25.73972222222232.6025Koordinaten: 25° 44′ 23″ N, 32° 36′ 9″ O

Bembecinus tridens

Bembecinus tridens ist ein Hautflügler aus der Familie der Crabronidae.

Die Tiere erreichen eine Körperlänge von 7 bis 11 Millimetern. Ihr Körper ist schwarz-gelb gefärbt. Die gelbe Binde auf dem ersten Tergit des Hinterleibs ist fast immer durchgehend, was die Art von Bembecinus hungaricus unterscheidet, deren Binde unterbrochen ist. Die Cubitalzelle 2 ist ungestielt.
Die Art kommt in Nordafrika, Süd- und Mitteleuropa und östlich bis nach Zentralasien vor. Die nördliche Grenze ihrer Verbreitung verläuft durch den Norden Deutschlands. Sie besiedelt Flugsandgebiete und Silbergrasfluren. Die Tiere fliegen in einer Generation von Anfang Juni bis Ende August. Die Art kommt in Mitteleuropa sehr selten vor.
Die Weibchen von Bembecinus tridens betreiben Brutpflege und haben eine ähnliche Lebensweise wie die Kreiselwespe (Bembix rostrata). Das Ei wird in der Zelle abgelegt und erst anschließend wird die Nahrung, kleine Zikadenarten, eingebracht. Die Art wird von Hedychrum chalybaeum parasitiert.

Hugh Nelson (kanadischer Politiker)

Hugh Nelson (* 25. Mai 1830 in Larne, County Antrim, Irland; † 3. März 1893 in London, England) war ein kanadischer Politiker. Von 1871 bis 1874 war er Abgeordneter des Unterhauses, von 1879 bis 1887 vertrat er British Columbia im Senat, danach war er bis 1892 der vierte Vizegouverneur dieser Provinz.
Nelson wanderte 1854 nach Kalifornien aus, wo er als Buchhalter arbeitete. 1858 gelangte er während des Fraser-Canyon-Goldrauschs nach British Columbia. Er ging jedoch nicht wie die meisten Neuankömmlinge auf Goldsuche, sondern wurde im Transportgewerbe tätig. Nach dem Bau eines Warenhauses in Yale gründete er 1862 das Unternehmen British Columbia and Victoria Express, das zwischen Victoria, Yale und Lillooet Waren- und Posttransporte durchführte. 1867 verkaufte er sein Transportunternehmen und stieg in die Holzverarbeitungsbranche ein. Bis 1882 führte er ein Sägewerk am Nordufer des Burrard Inlet, auf dem Gebiet der heutigen Stadt North Vancouver.
1868 schloss sich Nelson der Confederation League von Amor De Cosmos an, die sich für den Beitritt von British Columbia zur Kanadischen Konföderation einsetzte. Ab 1870 gehörte er dem Legislativrat von British Columbia, nach dem Beitritt zu Kanada vertrat er ab Oktober 1871 im kanadischen Unterhaus den Wahlbezirk New Westminster. Dem Vertreter der Liberal-konservativen Partei gelang es, bei der Unterhauswahl 1872 den Sitz zu verteidigen. Nach Auffliegen des Pacific-Skandals verzichtete er 1874 auf eine Wiederwahl.
Premierminister John Macdonald ernannte Nelson im Dezember 1879 zum Senator. Gemäß der Empfehlung des Premierministers vereidigte ihn Generalgouverneur Lord Lansdowne am 18. März 1887 als Vizegouverneur. Dieses repräsentative Amt übte Nelson bis zum 9. November 1892 aus. Er zog daraufhin nach London, wo er wenige Monate später starb.
Nach ihm wurde die Stadt Nelson am Kootenay River benannt.
Gouverneure von Vancouver Island (1849–1866): Blanshard | Douglas | Kennedy
Gouverneure von British Columbia (1858–1866): Douglas | Seymour
Gouverneure von Vancouver Island und British Columbia (1866–1871): Seymour | Musgrave
Vizegouverneure (ab 1871): Trutch | Richards | Cornwall | Nelson | Dewdney | McInnes | Lotbinière | Dunsmuir | Paterson | Barnard | Prior | Nichol | Bruce | Johnson | Hamber | Woodward | Banks | Wallace | Ross | Pearkes | Nicholson | Owen | Bell-Irving | Rogers | Lam | Gardom | Campagnolo | Point | Guichon

Georges Breny

Georges Breny, geboren als El Hedi Ben Abdallah (* 24. Juni 1930 in Tunis; † 16. September 2005 in Köniz, ab 1959 heimatberechtigt in La Chaux-de-Fonds) war ein Schweizer Politiker (NA).
Georges Breny wurde als Sohn eines tunesischen Postbeamten und der Schweizerin Eugenie Breny in Tunis geboren. Seine Mutter, deren Namen er annahm, kehrte 1931 in die Schweiz zurück und liess sich in La Chaux-de-Fonds nieder. Breny besuchte die Sekundarschule und absolvierte danach eine Berufslehre als Elektromechaniker. Er war von 1958 bis 1965 als Acheveur in einer Uhrenfabrik und von 1965 bis 1993 als Tramführer in Bern tätig.
Georges Breny war Gründungsmitglied der Kantonalpartei der Nationalen Aktion im Kanton Bern. Da von Gesetzes wegen der Wohnort eines Kandidaten nicht auf den Wahllisten für den Nationalrat angegeben werden musste, setzte die NA Breny, trotz seines Wohnorts Bern, bei den Nationalratswahlen von 1971 auf die Liste des Kantons Waadt. Die Waadtländer Bevölkerung wählte ihn schliesslich in den Nationalrat, obwohl Breny dieser Kanton weitgehend unbekannt war. Am Schluss hatte er von 1971 bis 1975 Einsitz.
Sein politisches Handeln ging von einer, aus seiner Sicht, drohenden ökologischen und demografischen Katastrophe aus. Er engagierte sich als radikaler Umweltschützer und kämpfte gegen die Industrialisierung, die wirtschaftliche Expansion, gegen den Verkauf von Grundstücken an Ausländer, sowie gegen die erleichterte Einbürgerung. Als erster Parlamentarier forderte er ein Verbot für die Zerstörung der Ozonschicht durch Fluorchlorkohlenwasserstoffe.

Müden (Aller)

Müden (Aller) ist eine an der Aller gelegene Gemeinde im Westen des Landkreises Gifhorn an der Grenze zum Landkreis Celle.

Müden liegt am Südrand der Lüneburger Heide, etwa 20 km von Gifhorn, 50 km von Hannover, 30 km von Celle, 35 km von Braunschweig und 40 km von Wolfsburg entfernt an der Aller.
In Müden (Aller) mündet die aus dem Harz kommende Oker in die Aller. Beide Flüsse sind je nach Jahreszeit teilweise sehr wasserreich.
Die Gemeinde Müden hat insgesamt 5787 Einwohner und gliedert sich in folgende Ortsteile (in Klammern die Einwohnerzahl):
Müden lag im Muthiwide (entstanden etwa 815), einem der 17 sächsischen Gründungsgaue des Bistums Hildesheim. Die älteste urkundliche Erwähnung des Ortes führt auf das Jahr 1022 zurück. In der Schenkungsurkunde des Hildesheimer Bischofs Bernward vom 1. November 1022 für das Kloster St. Michael in Hildesheim wird unter anderem aufgeführt: „item Mutha in pago Muthiwide“ („ebenso Müden im Untergau Mündungswald“). Muthiwide, die latinisierte Form des altsächsischen Begriffes „Muthiwiddi“ (Muth = Mündung), bezieht sich auf den Namen eines Untergaus im Loingau. Gaue wurden in der Zeit Karls des Großen um 793 als regionale Verwaltungseinheiten eingerichtet.
Die St. Petri-Kirche, eine der ältesten Kirchen im Umkreis, war im Mittelalter Archidiakonatskirche, dem Apostel Petrus geweiht. Sie gehörte zum „Bann“ Schmedenstedt bei Peine und dieser wiederum zur Diözese Hildesheim. Dort ist die Müdener Kirche mit Datum vom 8. Juli 1295 bereits urkundlich erwähnt. Pastor Heinrich Hoffmann, der dort von 1646 bis 1676 amtierte, schrieb 1668 in seinem Kirchenbuch (sinngemäß): „Und dass Müden ein großes Kirchspiel gewesen ist, erhellet sich aus den Zehnten, den die Hohner, Spechtshörner, Ummerschen, Wilscher, Kästorfer, Gilder, Ettenbüttler, Böckelser heute noch geben müssen, weil sie vorher in dieses Kirchspiel gehört haben.“
Nach einer Tabelle aus dem Jahre 1754 hatte Müden damals 40 Hauswirte (aber zu einer wirkungsvollen Brandbekämpfung nur 15 Leitern, 4 Haken und 6 Eimer).
Bereits im Jahre 1826 standen „herrschaftliche Feuerspritzen“ im Amt Eicklingen in Groß Eicklingen und Wienhausen und Gemeindespritzen in Müden (Aller) und Bröckel.
Um 1860 wurde die Müden-Flettmarer Bewässerungsgenossenschaft gegründet. Sie erhielt ihr Wasser aus dem Meinerser Mühlenkanal. Versorgt wurden nur Wiesen südlich der Aller.
Die Freiwillige Feuerwehr wurde erstmals 1882 gegründet, aber bald wieder aufgelöst. Eine Neugründung erfolgte 1934. Am 11. August 1888 ereignete sich in Müden eine Brandkatastrophe, die mehrere Gebäude in Asche legte.
Am 1. Juli 1910 versammelten sich in der Gaststätte Gustav Prieß (Zum Dorfkrug) in Müden 48 junge Männer und gründeten den Männerturnverein Müden. Wilhelm Backhaus wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Ein Jahr später, am 27. August 1911, gründeten auf einer Versammlung in der Gaststätte von Wilhelm Schrader in Dieckhorst 20 junge Männer den Männerturnverein Dieckhorst und wählten Christoph Eggers zum 1. Vorsitzenden.
In Müden lag die heute nicht mehr vorhandene Mundburg an der Aller. Nach der im 19. Jahrhundert geltenden Geschichtsauffassung sei sie im Auftrage des Bischofs Bernward im Kampfe gegen die Wenden 1013 angelegt worden.
Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Dieckhorst, Ettenbüttel, Flettmar und Hahnenhorn (Landkreis Celle) eingegliedert.
Der Rat der Gemeinde Müden (Aller) setzt sich aus 17 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen, einschließlich des nebenamtlichen Bürgermeisters.
Stand: Kommunalwahlen in Niedersachsen 2011
Oker-Wehranlage
Fischtreppe an der Wehranlage
Fachwerkhaus von 1798
Bürgerhaus
Heimatmuseum
Haus der Kirche
Historisches Backhaus
Adenbüttel | Barwedel | Bergfeld | Bokensdorf | Brome | Calberlah | Dedelstorf | Didderse | Ehra-Lessien | Gifhorn | Groß Oesingen | Hankensbüttel | Hillerse | Isenbüttel | Jembke | Leiferde | Meine | Meinersen | Müden (Aller) | Obernholz | Osloß | Parsau | Ribbesbüttel | Rötgesbüttel | Rühen | Sassenburg | Schönewörde | Schwülper | Sprakensehl | Steinhorst | Tappenbeck | Tiddische | Tülau | Ummern | Vordorf | Wagenhoff | Wahrenholz | Wasbüttel | Wesendorf | Weyhausen | Wittingen
Bokelberge | Brenneckenbrück | Dieckhorst | Ettenbüttel | Flettmar | Gerstenbüttel | Gilde | Hahnenhorn | Müden (Kernort)

Frühlings-Kreuzflügel

Frühlings-Kreuzflügel (Alsophila aescularia)
Der Frühlings-Kreuzflügel (Alsophila aescularia) ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Spanner (Geometridae).

Männchen und Weibchen zeigen einen extremen Geschlechtsdimorphismus, denn die Weibchen sind im Gegensatz zu den Männchen flugunfähig. Letztere erreichen eine Flügelspannweite von 28 bis 34 Millimetern (selten auch nur 25 Millimeter) und ruhen mit gekreuzten Vorderflügeln und gefalteten Hinterflügeln. Die Färbung der Vorderflügel variiert geringfügig zwischen blaßbräunlich und graubraun. Die Querlinien sind stark gezähnt und an den abgekehrten Seiten weißlich angelegt. Ein deutlicher schwarzer Mittelpunkt ist sowohl auf den, als auch auf den Hinterflügeln zu finden, zusätzlich dazu tragen die Aderenden schwarze Punkte. Verdunkelte Exemplare sind selten, bei diesen sind die Querlinien erloschen, oder der Falter ist vollständig schwarz.
Die Weibchen besitzen keine Flügel. Sie sind acht bis zehn Millimeter lang. Das Abdomen ist bräunlich grau, der abdominale Haarbusch ist etwa zwei Millimeter breit und damit schmaler als das Abdomen, was ein Unterscheidungsmerkmal gegenüber Alsophila aceraria darstellt.
Die Palpen sind sehr kurz, die Fühler sind leicht gezähnt. Der Saugrüssel ist verkümmert. Die Tibien der Hinterbeine besitzen vier Dorne, die bei den Weibchen sehr kurz sind.
Die leuchtend grünen Raupen erreichen eine Länge von etwa 26 Millimetern und sind gekennzeichnet durch eine sehr glatte Haut und einen flachen Kopf. Sie besitzen eine dunkelgrüne Rückenlinie und gelblichweiße Seitenlinien. Im Gegensatz zu anderen Spannerraupen haben sie am fünften Segment ein zusätzliches, rudimentäres Bauchbeinpaar.
Der Frühlings-Kreuzflügel ist in Europa mit Ausnahme des hohen Nordens, Nordschottlands, Korsika, Malta, Albanien und der Griechischen Inseln weit verbreitet und häufig. Einzelne isolierte Populationen sind von der Iberischen Halbinsel, Sardinien, Sizilien und Griechenland bekannt. Außerhalb von Europa findet man die Art im Norden und Osten der Türkei, im Kaukasus, sowie im Cis- und Transkaukasusgebiet. Weiter östlich sind weitere isolierte Populationen aus den Kopeth Dagh-Bergen (Turkmenistan, Iran) bekannt. In der östlichen Paläarktis wird A. aescularia durch die ähnlichen Arten Alsophila acroama Inoue, 1943 und Alsophila japonensis (Warren, 1894) ersetzt.
In der vertikalen Verbreitung wird der Falter in geeigneten Biotopen vom Meeresniveau bis in Höhen von etwa 1.600 Meter angetroffen.
Er besiedelt Bereiche an denen Bäume und höherwüchsige Sträucher seiner Nahrungspflanzen in ausreichender Anzahl an nicht zu trockenen bis frischen Stellen vorhanden sind. Dies können lichte Laubgehölze (Haine), Berg- und Auwälder, Schlehenhecken oder Obstbaumgruppen, Garten- oder Parkland und Feldgehölze sein. Bergmann bezeichnet den Falter als „Leitart hochwüchsiger Schlehengebüschfluren in Parkgelände (Laubholzhainen) der Ebene und Hügelstufe“.
Die Weibchen legen die Eier bandförmig dicht um kleine Zweige und bedecken sie mit Schuppen ihres Hinterleibes. Die Raupen leben einzeln, sind nachtaktiv und fressen an verschiedenen Laubbäumen und -sträuchern, wie z. B.:
Wegen des häufigen Auftretens an Obstbäumen wird die Art zu den Schädlingen gezählt, daneben besitzt der Frühlings-Kreuzflügel auch eine gewisse forstwirtschaftliche Bedeutung. Die Larvenstadien werden von verschiedenen Parasitoiden befallen, zu den Vertreter der Brackwespen (Acampsis alternipes, Earinus nitidulus, Meteorus pulchricornis, Microgaster tiro), Schlupfwespen (Dasona leptogaster, Agrypon stenostigma, Aphanistes xanthopus, Cryptus viduatorius, Cymodusa cruentata, Labrorychus tenuicornis, Pimpla arundinator, Pimpla examinator, Sagaritis incissa) und Raupenfliegen (Blepharomyia amplicornis) zählen.
Die Verpuppung erfolgt im Erdboden an der Basis der Nahrungspflanze in einem aus Spinnseide und Erde bestehenden Kokon. Die Puppe überwintert in diesem Kokon, die Falter schlüpfen im März des darauffolgenden Jahres. Die Falter ruhen tagsüber an Stämmen bzw. in der Laubstreu und sind nachts gelegentlich an künstlichen Lichtquellen zu finden. Die flügellosen Weibchen findet man ebenfalls nachts an Stämmen ihrer Nahrungspflanzen.
Der Frühlings-Kreuzflügel bildet eine Generation im Jahr, die von Mitte Februar bis Anfang Mai fliegt. Die Raupen sind von Mitte April bis Anfang Juli anzutreffen. In nördlichen Regionen bzw. in höheren Lagen verschiebt sich die Flugzeit bis in den Mai hinein.

A7L

Der Raumanzug A7L wurde von NASA-Astronauten für das Apollo-Programm, die drei bemannten Skylab-Flüge und das Apollo-Sojus-Test-Projekt zwischen 1968 und 1975 benutzt. Er wurde von ILC Dover entwickelt und hergestellt, basiert auf deren Vorgängermodellen A5L und A6L, die die Thermalkontrolle und den Mikrometeoritenschutz integrierten, und gilt als der siebte Raumanzug, der für das Apollo-Programm entwickelt wurde. Zudem wurden nach dem tödlichen Feuer von Apollo 1 eine Reihe von Materialien durch flammhemmende oder unbrennbare ersetzt.

Der A7L ist ein einteiliger, im Wesentlichen fünflagiger Ganzkörperanzug mit integrierten Gelenken aus Gummi an den Schultern, Ellbogen, Handgelenken, Hüften und Beinen. Die Gelenke sind mit einem netzartigen Gewebe verstärkt, um das Aufblähen unter dem Innendruck zu vermeiden und so die Bewegungsfähigkeit des Astronauten zu erhalten. Am Hals und an den Ärmelenden sind Metallringe eingearbeitet, an die der Helm bzw. die Handschuhe angesetzt werden; die Schuhe sind dagegen integraler Bestandteil des Anzugs. Der scherzhaft als „Fischglas“ (fish bowl) bezeichnete Helm ist einteilig aus Plexiglas und ermöglicht nicht nur bessere Sicht als vorhergehende Modelle, sondern eliminiert auch die sonst nötigen Dichtungen und ist daher zuverlässiger. Die äußere, feuerfeste Lage des Anzugs ist abnehmbar und erlaubt Reparaturen und Inspektionen. Der Einstieg erfolgt von hinten/unten durch einen Reißverschluss, der von der Schulter bis in den Schritt verläuft. Er kann vom Träger selbst bedient werden, die Hilfe einer weiteren Person erleichtert das An- und Ablegen aber immer noch deutlich.
Die wichtigste Lage war das Torso Limb Suit Assembly. Die Versorgung mit Sauerstoff und Kühlwasser sowie die elektrische Verbindung für die Sprechgarnitur und die Biodaten erfolgten über sechs farblich gekennzeichnete Bajonettverbinder, die in zwei Reihen auf der Brust angebracht waren. Gasein- und -auslässe waren dabei doppelt vorhanden und erlaubten den Astronauten daher, sich an ihre tragbaren Lebenserhaltungssysteme anzuschließen, während sie noch mit der Versorgung der Mondlandefähre verbunden blieben.
Über dieser Lage befand sich der Thermal- und Mikrometeoritenschutz Integrated Thermal Micrometeroid Garment, der den Anzug und seinen Träger vor Abrieb, der Sonneneinstrahlung und Mikrometeoriten bewahrte. Er bestand aus 13 Lagen Nylon, aluminiumbedampften Mylar, Dacron, Kapton und einer Außenlage aus Teflon-beschichtetem Beta-Gewebe. Dieses Beta-Gewebe bestand im Wesentlichen aus Glasfasern und sorgte für die gewünschte Feuerfestigkeit. Kritische Stellen am Rücken, den für den Mond erforderlichen Überstiefeln und Handschuhen waren mit Stahlgewebe verstärkt und Knie und Schultern zusätzlich mit Teflon abgedeckt.
Beginnend mit Apollo 13 wurden zusätzliche rote Streifen am Helm und den Beinen des Kommandanten angebracht, um die beiden Astronauten auf Fotos besser identifizieren zu können.
Die auf dem Mond arbeitenden Astronauten trugen als innerste Lage eine spezielle Kühleinrichtung, das dreilagige Liquid Cooling Garment. In seinem Inneren waren Wasserschläuche eingearbeitet, die den Astronauten kühlen und so Schweißbildung und ein Beschlagen des Helms verhindern sollten. Das Wasser wurde vom Lebenserhaltungssystem durch den Anzug gepumpt und durch einen Sublimationskühler auf Temperatur gehalten. Diese Anzüge verfügten ebenfalls über Außentaschen für Mondgestein und Ausrüstungsgegenstände sowie Laschen, um sich in der Mondlandefähre fixieren zu können.
Der Pilot des CM trug einen leicht vereinfachten Anzug, bei dem einige der Anschlüsse und Gelenke des Torso Limb Suit Assembly entfielen. Darüber trug er einen nur dreilagigen Intravehicular Cover Layer aus Nomex und Beta-Gewebe, und als Außenhülle eine Lage aus Baumwollstoff (Constant Wear Garment). Die Kühlung erfolgte direkt durch den Sauerstoff, der aus den Systemen des Raumfahrzeugs kam.
EVA-Konfiguration
IVA-Konfiguration für CM-Kommandanten
IVA-Konfiguration
Für die drei letzten Mondflüge Apollo 15, Apollo 16 und Apollo 17 benutzten die beiden Astronauten auf dem Mond eine Weiterentwicklung dieses Anzugs. Insbesondere wurde die Beweglichkeit am Nacken und an der Hüfte verbessert und so den Astronauten ermöglicht, das Lunar Roving Vehicle (LRV) in sitzender Position zu fahren. Anschlüsse und Reißverschluss wurden geändert und erlaubten eine leichtere Bedienung.
Die tragbaren Lebenserhaltungssysteme (Tornister) erhielten größere Tanks für Sauerstoff und Kühlwasser, zusätzliches Lithiumhydroxid zur Abscheidung des Kohlendioxids und verstärkte Batterien. Auf der Innenseite des Helmes wurden kleine Energieriegel und Strohhalme angebracht, so dass sich die Astronauten während ihres Aufenthalts auf der Mondoberfläche stärken konnten.
Der Anzug des CM-Piloten, zu dessen Aufgabe die Bergung von Filmen aus dem SM während des Rückflugs gehörte, basierte nach wie vor auf dem A7L und wurde während dieser EVA aus dem CM versorgt und gekühlt. Er trug dabei den Helm des Kommandanten.
Für die drei bemannten Skylab-Missionen wurden vereinfachte Anzüge auf der Basis des A7LB verwendet, da man nur kurze EVAs zu Wartungszwecken erwartet hatte. Zum Schutz der optischen Instrumente von Skylab wurde die auf dem Mond verwendete Lebenserhaltung durch einen geschlossenen Kreislauf, der an die Atemluft- und Kühlsysteme der Raumstation angeschlossen war, ersetzt. Die Astronauten waren daher über eine Nabelschnur mit Skylab verbunden und trugen lediglich ein Notsystem mit Sauerstoff für 30 Minuten am rechten Bein mit.
Für ASTP kam ebenfalls eine vereinfachte Version des A7LB zum Einsatz, da keine EVAs vorgesehen waren.
Das tragbare Lebenserhaltungssystem (Portable Life Support System, PLSS) für den Aufenthalt auf dem Mond war in Form eines Tornisters aufgebaut. Er versorgte seinen Träger mit Sauerstoff und Kühlwasser, regulierte den Druck des Anzugs, entfernte das Kohlendioxid aus der Atemluft und ermöglichte eine Sprechfunkverbindung. Ein Teil des Wassers ging dabei verloren. Die Bedienung erfolgte durch eine kleine Konsole auf der Brust des Astronauten. Wasser und Sauerstoff konnten aus den Systemen der Raumfahrzeuge mehrfach aufgefüllt werden. Das Notfallsystem (Oxygen Purge System), das in einem offenen Kreislauf für 30 Minuten Sauerstoff vorhielt, war auf der Oberseite angebracht. Es wurde nie zum Einsatz gebracht.
Die Geräte wurden für den Rückflug nicht mehr benötigt und blieben ebenso wie die Überstiefel, Handschuhe und weitere Ausrüstungsgegenstände auf dem Mond zurück.
US-amerikanische: Mercury IVA  | Gemini-Raumanzug | MOL-Raumanzug | A7L | Launch-entry Suit | Advanced Crew Escape Suit
Sowjetische/Russische: SK-1/SK-2 | Berkut | Jastreb | Krechet | Sokol | Orlan | Strisch
Europäische: EVA Suit 2000
Zukünftige: Mark III | I-Suit | Bio-Suit | Space Activity Suit
Komponenten: Astronaut Maneuvering Unit | Extravehicular Mobility Unit | Hard Upper Torso | Manned Maneuvering Unit | Simplified Aid for EVA Rescue

Ferrochelatase

Ferrochelatase (auch: Häm-Synthase) ist ein Enzym in Eukaryoten und den meisten Bakterien, das den letzten Teilschritt der Synthese des Häm, die Chelatierung von Protoporphyrin IX mit einem Eisen-II-Ion, katalysiert. Da die Reaktion bei Eukaryoten in den Mitochondrien bzw. Chloroplasten stattfindet, muss Protoporphyrin zuvor in diese Kompartimente transportiert werden; der genaue Ablauf des Transports ist noch unklar. Beim Menschen führen Mutationen am FECH-Gen zu Ferrochelatasemangel, welcher für die seltene Erbkrankheit erythropoetische Protoporphyrie verantwortlich ist. In Archaeen und sulfatreduzierenden Bakterien, die Häm nach einem alternativen Syntheseweg herstellen, wurde das Eisen-chelierende Enzym noch nicht identifiziert.
+ Fe2+ ⇔ + 2H+
Protoporphyrin IX wird mit Eisen-II cheliert, Protonen werden abgespalten, Häm b entsteht. Umgekehrt kann das Enzym auch die Entfernung des Metallions beim Abbau verschiedener Häme katalysieren. Als Cofaktor fungiert ein Eisen-Schwefel-Cluster. Rekombinante Ferrochelatase ist in der Lage, auch andere zweiwertige Metallionen wie Kobalt, Nickel, Zink oder Kupfer zu chelieren.