Intajour

Die International Academy of Journalism (Intajour) mit Hauptsitz in Hamburg war eine Qualifizierungs- und Weiterbildungseinrichtung des Medienunternehmens Bertelsmann für Journalisten aus Ländern mit begrenzter Presse- und Meinungsfreiheit.

Anlässlich des 175. Geburtstags des Konzerns im Jahr 2010 gab die Bertelsmann SE & Co. KGaA die Gründung von Intajour bekannt. Schirmherr der Gründungsveranstaltung war der Präsident der Europäischen Union, José Manuel Barroso, der in seiner Rede erklärte, qualitativ hochwertiger Journalismus sei ein Grundpfeiler der Demokratie.
Intajour sah die Digitalisierung der Medien als Chance für Presse- und Meinungsfreiheit weltweit. Die so genannten Neuen Medien ermöglichten es, mit Journalisten auf der ganzen Welt direkt in Kontakt zu treten und sie in ihrer Arbeit zu unterstützen. Mit dem Qualifizierungs- und Weiterbildungsprogramm „Journalism in the Digital World“ wollte Intajour Journalisten aus Ländern mit begrenzter Pressefreiheit auf die digitale Zukunft vorbereiten und auf diese Weise ihren Teil dazu beitragen, dass Medien- und Meinungsfreiheit eine Zukunft haben.
Als Gründungsdirektor von Intajour wurde Werner Eggert berufen. Die Akademie nahm am 1. Januar 2011 die Arbeit auf. Das erste Bewerbungsverfahren für das 10-monatige Weiterbildungsprogramm „Journalism in the Digital World“ lief im Mai 2011 an. Die ersten 12 Stipendiaten trafen im September 2011 in Hamburg ein. Sie schlossen das Trainingsprogramm im Juni 2012 erfolgreich ab.
Im Mai 2014, drei Jahre nach der Gründung, wurde bekannt, dass Bertelsmann die Akademie wieder schließt. Zu den Gründen äußerte sich der Konzern nicht.
Intajour bietet das 10-monatige Qualifizierungs- und Weiterbildungsprogramm „Journalism in the Digital World“ an. Es beinhaltet Präsenzphasen in Hamburg, Köln und Berlin sowie E-Learning Phasen. Damit nutzt die Akademie das Prinzip des Hybrid Learning, das die Vorteile von Präsenzphasen und E-Learning verbindet. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung von Kenntnissen im digitalen, multimedialen Journalismus. Gastdozenten aus der Medienpraxis und der Medienwirtschaft ergänzen das Team der festen und freien Mitarbeiter. Das internationale Dozenten-Team steht entweder persönlich während der Präsenzphasen zur Verfügung oder nutzt die digitalen Medien, um die Stipendiaten in Webinaren zu unterrichten. Die Teilnehmer erhalten für die Präsenzphasen des Programms ein Stipendium, das alle Kosten deckt.
Bewerbungen für die Teilnahme am Programm sind immer im März/April möglich und werden auf der Intajour-Homepage oder auf der Facebook-Seite angekündigt. Bewerben können sich Journalistinnen und Journalisten mit Berufserfahrung und Interesse am digitalen Journalismus aus Ländern mit eingeschränkter Presse- und Meinungsfreiheit. Bisherige Stipendiaten kommen zum Beispiel aus Ägypten, Armenien, Aserbaidschan, Bangladesch, China, Ecuador, Ghana, Honduras, Liberia, Moldawien, Nepal, Nicaragua, Pakistan, Sambia, Serbien, Simbabwe, Sudan, Syrien, Thailand und der Ukraine. Es werden in jedem Jahr 12 Stipendiaten ausgewählt.
Intajour-Direktor Werner Eggert wird bei seiner Arbeit durch zwei Gremien unterstützt: den Journalistischen Beirat und das Kuratorium.
Der Journalistische Beirat berät bei der Entwicklung des Lehrplans und der Auswahl der Stipendiaten. Er setzt sich zusammen aus Journalisten mit langjähriger Berufserfahrung. Im Journalistischen Beirat sind Peter Kloeppel (RTL Television), Georg Mascolo, Thomas Osterkorn (STERN), Leonhard Ottinger (RTL Journalistenschule für TV und Multimedia), Karin Schlautmann (Bertelsmann) sowie Andreas Wolfers (Henri-Nannen-Schule) vertreten.
Die Mitglieder des Kuratoriums repräsentieren die verschiedenen Divisionen der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Sie beraten Intajour zur Finanzplanung und zu den Grundsätzen der Akademie. Zum Kuratorium gehören Klaus Eck (Random House), Oliver Fahlbusch (RTL Group), Hans Mahr (RTL Group), Stefan Postler (Medienfabrik), Stephan Schäfer (Gruner + Jahr) und Karin Schlautmann (Bertelsmann).

Ludwig Klimek

Ludwig Klimek, auch Ludwik Klimek, Künstlername Ludovic (* 1912 in Skotschau, Österreich-Ungarn; † vor 10. Dezember 1992 in Nizza, Frankreich) war ein polnischer Künstler, der seit dem Jahr 1939 in Frankreich lebte und als Maler wirkte.

Die Großfamilie lebte mit 12 Kinder in Skotschau, damals im Österreich-Ungarn, und der Vater führte einen Laden als Kaufmann. Mit der Gründung der Zweiten Polnischen Republik im November 1918 gehörte die Region mit Skoczów dem Staatsgebiet Polens an. Nach der Matura in Cieszyn begann Ludwik Klimek das Studium der Kunst und Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Krakau und reiste anschließend im Frühjahr 1939 als Stipendiat nach Paris. Er besuchte oftmals Louvre und bewunderte die Kunstwerke des Tizians, Francisco de Goyas, Nicolas Poussins und Peter Paul Rubens im Original. Nach dem Überfall auf Polen im September 1939 blieb er in Paris.
Er bebilderte ein Märchenbuch, das im Jahr 1946 in der polnischen Sprache in Paris erschien. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht nach Paris floh er nach Südfrankreich und fand Zuflucht in Aix-en-Provence – nach 1947 zog er an Golfe du Lion und lebte in Menton. Während seiner malerischen Arbeiten 1951–1952 in Vallauris lernte er Pablo Picasso kennen, der dort 1948–1955 lebte. Er lernte ebenfalls Marc Chagall kennen und war mit ihm jahrelang befreundet. Gemeinsam mit Henri Matisse, der in Vence lebte, begründete er im Jahr 1951 die Biennale Internationale d’Art de Menton und stelle dort seine Kunstwerke bis 1972 aus. In den Jahren 1951 und 1953 erhielt er für seine Bilder den zweiten Preis.
Ludwik Klimek schaffte etwa 3000 Kunstwerke – meistens als Ölmalerei auf Leinwand, weniger als Aquarell, Pastellmalerei und Gouache. Der langandauernden Erkrankung des Sohnes wegen verkaufte er ein Großteil seiner Kunstwerke.
In seinen Kunstwerken kommen oftmals badende weibliche Gestalten, Najaden, Nixen, Heliaden, Sirenen als geistliche Entlehnungen aus Mythen und Sagen wie auch Landschaften und Stilllebenmalerei vor.
Die Bestattung fand am 11. Dezember 1992 in Antibes statt.

Buduma (Sprache)

Gesprochen in


bdm
Buduma (alternative Schreibweise: Boudouma; auch: Yedina) ist eine tschadische Sprache, die vom gleichnamigen Volk der Buduma am Tschadsee in Westafrika gesprochen wird.
Die Sprache ist in den vier Anrainerstaaten des Tschadsees verbreitet. In der Region Lac in Tschad leben laut Volkszählung 1993 51.600 Buduma-Sprecher. Im Bundesstaat Borno in Nigeria sind etwa 3000 Personen und in der Region Extrême-Nord in Kamerun etwa 200 Personen budumasprachig. In Niger, wo das Sprachgebiet in der Region Diffa liegt, hat Buduma den Status einer Nationalsprache. Es können ein nördlicher, ein südlicher und ein zentraler Dialekt unterschieden werden. Der zentrale Dialekt vereint Eigenheiten des nördlichen und des südlichen Dialekts. Während in Tschad alle drei Dialekte verwendet werden, ist in Niger der nördliche Dialekt, in Nigeria vor allem der zentrale Dialekt und in Kamerun vor allem der südliche Dialekt verbreitet. Wortschatz und Syntax des Buduma sind stark vom Kanuri beeinflusst. 60 % der Buduma-Sprecher verwenden auch Kanembu, etwa die Hälfte auch Zentral-Kanuri. Manche gebrauchen auch Tschadisch-Arabisch.

Saipan-Klasse

1946–1970
19.000 ts
208,7 m
23,4 m (Wasserlinie) 35 m (Flugdeck)
8,5 m
1700
vier Turbinensätze, 120.000 WPS
33 kn
42
Die Saipan-Klasse war eine Klasse Leichter Flugzeugträger, die im Zweiten Weltkrieg entwickelt wurde, aber zu spät in Dienst gestellt wurde, um noch in diesem eingesetzt zu werden. Es wurden lediglich zwei Einheiten, Saipan und Wright, gebaut.

Die Träger der Saipan-Klasse waren eine Verbesserung der vorhergehenden leichten Träger der Independence-Klasse, die durch den Umbau von im Bau befindlichen Leichten Kreuzern der Cleveland-Klasse entstanden waren. Für die Saipan-Klasse wurde auf Basis der Rumpfkonstruktion der Schweren Kreuzer der Baltimore-Klasse eine verbreiterte Version von diesen entwickelt. Dies erübrigte den Anbau seitlicher Rumpfwülste wie auf den Schiffen der Independence-Klasse.
Beide Einheiten wurden 1944 bei New York Shipbuilding auf Kiel gelegt und 1946 beziehungsweise 1947, also nach Ende des Krieges, in Dienst gestellt.
Bereits 1954 beziehungsweise 1956 wurden die Träger als zu klein für die modernen Jet-Flugzeuge eingestuft und daher als weitgehend wertlos in ihrer Rolle als Flugzeugträger angesehen. Die Saipan wurde daher zum Kommunikationsschiff USS Arlington (AGMR-2), die Wright wurde als Kommandoschiff USS Wright (CC-2) wieder in Dienst gestellt.
Als solche blieben beide Schiffe bis 1970 in Dienst und wurden dann deaktiviert und zerlegt.
Die Schiffe waren rund 203 Meter lang und 23 Meter breit, ihre Verdrängung betrug rund 19.000 ts. Damit waren sie rund 50 Meter kürzer und über 15.000 ts leichter als die ihnen vorhergehenden Flottenflugzeugträger der Essex-Klasse, die letztlich die beiden Saipans überlebten.
Die Träger erhielten auf Grund ihrer Größe eine kräftigere Antriebsanlage als die Kreuzer der Baltimore-Klasse, deren Rümpfe schmaler waren. Insgesamt acht Kessel lieferten den Dampf für die vier Turbinensätze. Diese trieben die vier Schrauben an und erlaubten eine Geschwindigkeit von bis zu 33 Knoten.
Ursprünglich besaßen die beiden Schiffe recht starke Flugabwehrgeschütze (42 40-mm-Flak und 36 20-mm-Flak), die aber noch in den 1940er Jahren entfernt wurden.
Saipan | Wright
Liste der Flugzeugträger der US-Marine Liste der Flugzeugträgerklassen der US-Marine

Jutrzenka Kraków

Jutrzenka Kraków (Żydowskie Towarzystwo Sportowe Jutrzenka Kraków, deutsch Morgenstern Krakau) war ein jüdischer Sportverein in Kraków von 1910 bis 1939.
Der Verein gehörte bei seiner Gründung zu den ersten und wichtigen jüdischen Sportvereinen, die in Österreich-Ungarn in der Zeit seit 1908 gegründet worden waren (mit Hasmonea Lemberg, Makkabi Kraków, Hakoah Czernowitz).
Er stand dem Allgemeinen jüdischen Arbeiterbund nahe und war der sportliche Rivale des zionistischen Sportklubs Makkabi. Die Derbys der beiden Fußballmannschaften wurden als „heiliger Krieg“ bezeichnet. Diese Bezeichnung hat sich später in Kraków auf die Begegnungen zwischen den Mannschaften von Wisła Kraków und Cracovia Kraków übertragen.
Die Fußballmannschaft gehörte zu den Gründungsvereinen der ersten polnischen Fußball-Liga 1927, musste allerdings als 14. und Tabellenletzter nach der Saison absteigen.
Die Wasserballer wurden 1925 erster polnischer Meister und konnten den Erfolg 1926 und 1927 wiederholen. 1928 ging die Mannschaft zu Makkabi, und wurde dort weitere 5 Jahre Landesmeister.
1939 wurde der Verein nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht aufgelöst.

Martina (Schiff)

Die Martina ist eine Barkasse, die Auslöser eines schweren Unfalls am 2. Oktober 1984 auf der Norderelbe im Hamburger Hafen war.
Sie kollidierte am Abend des 2. Oktober 1984 auf einer Vergnügungsfahrt mit einer Geburtstagsgesellschaft aus 43 Personen an Bord mit einem Schleppverband und wurde unter Wasser gedrückt. Dabei kamen 19 Menschen ums Leben, darunter 11 Kinder. Mehrere Tote wurden erst Wochen später weiter elbabwärts geborgen.
Das Seeamt stellte fest, dass der Schiffsführer, der zu den Todesopfern gehörte, die Vorfahrt des Schleppverbands missachtet hatte. Es wird vermutet, dass der sehbehinderte Barkassenführer den Schlepper, der den Verband zog, in der Dunkelheit übersehen hat. Bei der Verhandlung vor dem Hamburger Seeamt wurden auch gravierende Mängel in der Hamburger Hafenpatentverordnung offensichtlich, die zum damaligen Zeitpunkt keine allgemein verpflichtenden Sehtests für Schiffsführer im Hamburger Hafen vorsah. In der Folge des Unfalls wurden die Sicherheitsvorschriften verschärft.
Da seinerzeit nach den geltenden Vorschriften die Haftung des Schiffseigners auf den Wert von Schiff und Ladung begrenzt war, zeigte sich ein völlig unzureichender Schutz der Passagiere. Diesen Unfall nahm der Gesetzgeber daher zum Anlass, die Ansprüche wegen Personenschäden vom System der beschränkt-dinglichen Haftung auszunehmen und führte mit dem zweiten Seerechtsänderungsgesetz eine globale Haftungsbeschränkung ein.
Am 29. Januar 1985 wurde für die Opfer dieser Schiffskatastrophe ein Benefiz Fußball Länderspiel in Hamburg zwischen Deutschland und Ungarn ausgetragen, welches die Gäste mit 0:1 für sich entscheiden konnten.

Club Harmony

Axel Johnson (1969–1986) Regent Sun (1986–1987) Italia (1987–1988) Costa Marina (1988–2011) Harmony Princess (2011)
Registro Italiano Navale Korean Register of Shipping
IMO-Nr. 6910544
Die Club Harmony war ein Kreuzfahrtschiff, das von 1988 bis November 2011 von der Reederei Costa Crociere unter dem Namen Costa Marina betrieben wurde.

Die Club Harmony wurde im Jahr 1969 als Containerschiff Axel Johnson für die schwedische Johnson Line gebaut. Das Schiff wurde als Typschiff einer Klasse von fünf Schwesterschiffen abgeliefert. 1986 wurde das Schiff verkauft und in Regent Sun umbenannt.
Das Schiff sollte in der italienischen Mariotti Werft in Genua zum Kreuzfahrtschiff umgebaut werden, was jedoch wegen finanzieller Schwierigkeiten scheiterte. Das Schiff wurde 1987 noch in der Werft erneut verkauft und in Italia umbenannt. 1988 schließlich kaufte Costa Crociere das Schiff und ließ es zur Costa Marina umbauen.
Der Umbau war für die Reederei rentabler als der Bau eines neuen Kreuzfahrtschiffes. In den Jahren 1990 bis 1992 wurde auch der Frachter Annie Johnson umgebaut und als Costa Allegra in Fahrt gebracht.
Das Einsatzgebiet der Costa Marina war im Winter die Karibik und im Sommer das Mittelmeer. Anfang des 21. Jahrhunderts wurde das Schiff als deutschsprachiges Schiff vermarktet. Im Winter 2006/2007 wurde die Costa Marina als erstes Schiff der Reederei von Savona nach Asien verlegt und in Singapur stationiert.
Den Winter 2007/2008 verbrachte die Costa Marina im Indischen Ozean mit dem Basishafen Mauritius. Auf diesen 15-tägigen Kreuzfahrten wurden für Costa neue Ziele wie die Seychellen, Komoren, Kenia und Madagaskar angesteuert.
Im Frühjahr 2011 (10. März bis 25. Mai) und Herbst 2011 (13. September bis 13. November) fuhr die Costa Marina im Charter für den französischen Reiseveranstalter TAAJ Crosières. Dabei bereiste sie ab Marseille Ziele im Mittelmeer und ab Calais in Nordeuropa.
Im November 2011 vercharterte Costa Crociere das Schiff mit Kaufoption an das südkoreanische Unternehmen Polaris Shipping Company in Seoul und verkaufte es im Juni 2014 an Polaris Energy & Marine, während Polaris Shipping Company weiter als Schiffsmanager fungierte. Polaris Shipping Company brachte das Schiff in ihr neu gegründetes Tochterunternehmen Harmony Cruises ein. Harmony Cruises setzte das Schiff zunächst als Harmony Princess und danach unter dem Namen Club Harmony vom Basishafen Busan aus für Kreuzfahrten in Fernost ein, stellte den Dienst Ende 2012 aber wieder ein. Seit Februar 2013 lag das Schiff im Hafen von Busan auf. Die Internetseite des Betreibers ist mittlerweile offline. Im Januar 2014 wurde das Schiff in den Hafen von Gwangyang geschleppt. Im August 2014 verließ es den Hafen mit Ziel Alang, Indien, wo es verschrottet werden soll. Am 18. Oktober 2014 traf das Schiff auf Reede vor Alang ein. Das Schiff wurde am 24. Oktober 2014 nach Alang verholt und schließlich am 25. Oktober gestrandet als Harmony I.
Der Antrieb des Schiffes erfolgt mit vier Pielstick-Dieselmotoren, die von Wärtsilä in Lizenz gebaut wurden. Zwei der Motoren sind Sechzehnzylinder-Viertaktmotoren mit jeweils 5.472 kW Leistung, zwei sind Zwölfzylinder-Viertaktmotoren mit jeweils 4.104 kW Leistung. Die Motoren wirken auf zwei Verstellpropeller.
Für die Stromversorgung an Bord stehen drei Dieselgeneratoren mit einer Scheinleistung von jeweils etwa 2.812 kVA sowie ein Dieselgenerator mit einer Scheinleistung von 750 kVA zur Verfügung.
Die Club Harmony ist ein Schiff einer Klasse von fünf als Containerschiff gebauten Einheiten. Dazu gehören die als Annie Johnson gebaute Costa Allegra (2012 in Aliağa verschrottet), die 1999 in Alang verschrottete Antonia Johnson, die 2007 in Alang verschrottete San Francisco, sowie die 1987 in Aliağa verschrottete Margaret Johnson, die 1986 ebenfalls in ein Kreuzfahrtschiff umgebaut werden sollte.
Liste von Kreuzfahrtschiffen

Blake’s Lock

Das Blake’s Lock ist eine Schleuse im River Kennet in Reading, Berkshire, England. Sie liegt in dem kurzen Abschnitt des Flusses, der als Teil der Themse betrachtet und von der Environment Agency verwaltet wird.

Die ersten 1,5 km des River Kennet von seiner Mündung in die Themse sind seit dem 13. Jahrhundert schiffbar. Blake’s Lock war ursprünglich eine Stauschleuse, die unter dem Namen Brokenburglok bekannt war. 1404 einigte sich der Abt von Reading Abbey, der den River Kennet kontrollierte mit den Zünften der Stadt Verkehr von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang durch die Schleuse passieren zu lassen. Die Gebühr dafür betrug einen Penny. 1794 hatte sich nicht viel geändert als John Rennie, der Erbauer des Kennet-und-Avon-Kanals die Schleuse als schlecht und unbequem beschrieb.
Die Schleuse wurde 1802 umgebaut, um die Schifffahrt auf von der Themse in den River Kennet zu verbessern. Die Schleuse wird auch heute noch mit hölzernen Trägern, die 2006 erneuert wurden, per Hand bedient.
Neben der Schleuse befindet sich das Riverside Museum, das die Geschichte der beiden Flüsse Kennet und Themse in Reading darstellt. Das Museum befindet sich in zwei ehemaligen Industriegebäuden dem Screen House und dem Turbine House.
51.456087-0.954566Koordinaten: 51° 27′ 22″ N, 0° 57′ 16″ W

Freirichter

Die Freirichter der Glatzer Landes bzw. seit 1459 der Grafschaft Glatz waren eine privilegierte Klasse von Grundbesitzern, die als Dritter Stand dem Glatzer Landtag angehörten.

Die Geschichte der Freirichter hängt mit der Besiedlung des zu Böhmen gehörenden Glatzer Kessels mit Deutschen zusammen. Sie begann unter König Wenzel I. und wurde von seinem Sohn Ottokar II. Přemysl intensiviert. Die Zuweisung von Land an die Lokatoren erfolgte durch den Glatzer Burggrafen in seiner Eigenschaft als königlicher Statthalter.
Die Freirichter stammten zumeist von den deutschen Lokatoren ab, denen für den Einsatz bei der Urbarmachung und Besiedlung von zugewiesenem Land vom böhmischen König besondere Rechte eingeräumt wurden. Sie erhielten bis zu sechs Hufen Land und andere Privilegien und waren u. a. verpflichtet, Abgaben für den Grund- bzw. Landesherrn einzuziehen. Demgegenüber wurden die damals schon existierenden tschechischen Dörfer des Glatzer Landes erst allmählich zu deutschem Recht umgesetzt. Sie lagen überwiegend entlang der Straßenverbindungen nach Prag und Brünn und blieben sog. Kammerdörfer, denen ein von der Herrschaft eingesetzter Schulze vorstand. In den neu gegründeten oder zu deutschem Recht umgewandelten Städten bekleidete der Vogt eine dem Freirichter vergleichbare Position. Seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bestand der „Verband der Vögte und Richter“, der auf die Einhaltung und Durchsetzung der Privilegien achtete.
Urkundlich erwähnt wurden die Freirichter erstmals 1337. Die für sie geltenden Rechtsnormen waren bis in das 14. Jahrhundert mündlich tradiert. Schriftlich niedergelegt wurde deren Rechtsstatus – unter Berufung auf älteres Recht – erstmals durch den böhmischen König Karl IV. am 13. Juli 1348. Neben der Bestätigung der bisherigen Privilegien versprach der König in diesem Dokument den Vögten, Richtern und Scholzen des Glatzer Landes, ihr Land nie mehr von der Krone Böhmens zu trennen, zu verkaufen oder zu verpfänden. Dieses Versprechen brach der König jedoch schon zwei Jahre später, als sein Freund und Prager Erzbischof Ernst von Pardubitz die ihm und seinen zwei Brüdern gehörenden Dörfer Batzdorf und Niederschwedeldorf dem Glatzer Augustiner-Chorherren schenkte. Da alle Untertanen dieser Dörfer zukünftig der Gerichtsbarkeit ihrer neuen Grundherren unterstehen sollten, schenkte der König die beiden Freirichter dem Erzbischof, der sie mit seiner Stiftung verbinden sollte. Obwohl sich beide Freirichter diesem Vorhaben widersetzten, mussten sie sich schließlich auf Befehl des Königs der Augustiner-Propstei unterwerfen.
Im Gegensatz zu den Freirichtern besaß der Adel seine Güter nur als königliches Lehnsgut, über das er nicht frei verfügen konnte, und das Lehen konnte nur in männlicher Linie vererbt werden. Soweit keine Nachkommen vorhanden waren, fiel es beim Tod des Besitzers an die königliche Kammer zurück. Deshalb waren Adelige häufig bemüht, die privilegierten Freirichtergüter zu erwerben. Auch die Städte und der Jesuitenorden eigneten sich aus diesem Grunde Freirichtereien an. Andererseits stiegen einzelne Freirichter wegen ihres Reichtums und ihres Ansehens in den niederen Adel auf. Die Freirichter unterstanden dem Gericht in Glatz. Eine Besonderheit war, dass sie nach den Rittern und dem Klerus als Dritter Stand dem Glatzer Landtag angehörten.
Im böhmischen Ständeaufstand standen die meisten Freirichter auf Seiten der Aufständischen. Sie wählten den Oberlangenauer Freirichter Hans Wolf zu ihrem Anführer, der sich bei der Verteidigung von Habelschwerdt besondere Verdienste erwarb. Nachdem die Kaiserlichen 1622 die Grafschaft Glatz erobern konnten, wurden 1625 49 Freirichter zum Verlust von bis zu zwei Dritteln ihrer Güter oder zu Geldstrafen verurteilt. Da sich fast alle Freirichter zum evangelischen Glauben bekannten, wurden sie vor die Alternative gestellt, katholisch zu werden oder auszuwandern. Durch diese Maßnahmen sowie durch die kriegsbedingten Plünderungen und Kontributionen verarmten die Richterfamilien. Zudem verloren die Freirichter ihre Standeseigenschaft an die Immediat-Städte.
Die zunächst ebenfalls verlorenen Privilegien erhielten sie am 7. Mai 1652 nach Zahlung einer größeren Geldsumme von Kaiser Ferdinand III. in dessen Eigenschaft als König von Böhmen zurück. Zu den Sonderrechten zählten – je nach verbrieftem Recht – das Brauurbar, der Ausschank, verschiedene Handwerke, die Hasen- und Fuchsjagd, die Vogelstellerei und die Fischerei. In den nächsten Jahrzehnten gingen zahlreiche Freirichtereien, die den Charakter selbständiger Güter hatten, in Adelsbesitz über. Die Richtergüter Friedersdorf und Schreckendorf wurden zu Rittergütern erhoben. Nach Aufhebung der Leibeigenschaft verloren die verbliebenen Freirichtereien ihre Sonderrechte. Sie wurden als selbständige Gutsbezirke weitergeführt.
Das Richtergut war rechtlich selbständig und unabhängig und mit Dominialrechten ausgestattet. Zu seinem Besitz gehörten neben Ländereien und Wäldern auch Mühlen, Handwerksstätten, häufig auch ein Kretscham, die Braugerechtigkeit und das Fischereirecht. Die dem Richtergut unterstellten Untertanen mussten dem Richter Zins zahlen und waren auch zu Dienstleistungen verpflichtet. Das Richtergut und die damit verbundenen Privilegien konnten frei an Kinder beiderlei Geschlechts vererbt werden. Bei einem Verkauf wurden die Rechte mitverkauft, d. h. sie blieben bei dem jeweiligen Hofanteil. Die Güter waren steuerfrei, lediglich auf die neu hinzugekommenen Grundbesitzungen mussten Steuern entrichtet werden. Sie wurden deshalb als Zinshuben bezeichnet.
Die Freirichter standen dem Dorfgericht vor, das aus Schöffen bestand, die von den Dorfbewohnern gewählt wurden. Das Dorfgericht besaß neben der Polizeigewalt auch die Niedere Gerichtsbarkeit. Die Freirichter waren in der Rechtspflege völlig unabhängig vom Gutsherrn bzw. den Adligen, die über das Dorf herrschten. Von den verhängten Bußgeldern erhielt der Freirichter ein Drittel, die anderen zwei Drittel der Gutsherr. Den Freirichtern unterstanden nur die freien Bauern des Dorfes. Nachdem es nach den Hussitenkriegen dem Adel gelang, auf seinen Gütern nach und nach neben der öffentlichen Gewalt auch die Gesetzgebung und die Verwaltung an sich zu reißen, ging das Richtergericht im 16. Jahrhundert zu Grunde.

Gustav von Both

Julius Gustav Friedrich von Both (* 1. Januar 1772 in Schwerin; † 7. Februar 1835 in Liegnitz) war ein preußischer Offizier, zuletzt Generalleutnant.

Gustav entstammte dem mecklenburgischen Uradelsgeschlecht Both und war der Sohn des mecklenburgischen Generalleutnants, Gouverneur von Schwerin sowie Oberkammerherrn Hartwig Ulrich von Both (* 1712; † 31. Januar 1795) und dessen Ehefrau Charlotte Sophie, geborene von Mecklenburg aus dem Hause Gültzow († 1793).
Nach dem Besuch der Großen Stadtschule Parchim trat Both am 1. März 1787 als Gefreiterkorporal in das Infanterieregiment „Graf Schwerin“ Nr. 52. Als Sekondeleutnant beteiligte er sich 1794/95 am Feldzug in Polen, nahm dabei an der Belagerung von Warschau und den Gefechten bei Rawka und Skala teil.
Während der Schlacht bei Preußisch Eylau konnte sich Both besonders auszeichnen und erhielt dafür am 17. Februar 1807 den Pour le Mérite. In seiner weiteren Militärkarriere war er ab 12. Februar 1821 Kommandeur der 10. Division und stieg am 30. März 1831 schließlich zum Generalleutnant auf. Als solcher wurde Both unter Verleihung des Sterns zum Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub am 26. März 1832 mit Pension in den Ruhestand versetzt.
Both war seit 16. März 1808 mit Auguste Karoline Luise, geborene von Obernitz (* 16. März 1783 in Preußisch-Holland; † 26. Juli 1857 in Obornik) verheiratet. Sie war die Tochter des Generalsmajors Moritz August von Obernitz. Das Paar hatte sieben Kinder: