Vaginismus

Unter Vaginismus (oder auch Scheidenkrampf) versteht man eine unwillkürliche Verkrampfung oder Verspannung des Beckenbodens und des äußeren Drittels der Vaginalmuskulatur der Frau, wodurch der Scheideneingang eng oder wie verschlossen erscheint. Vaginalverkehr, eine gynäkologische Untersuchung und das Einführen von Tampons oder anderen Objekten können dadurch sehr schmerzhaft oder – bei Vaginismus in seiner schwersten Ausprägung – unmöglich sein.
Eine neuere Definition von Basson et al. lässt den Aspekt der Verkrampfung beiseite, weil er niemals nachgewiesen wurde, und bezeichnet Vaginismus als „andauernde oder wiederkehrende Schwierigkeiten einer Frau, das Einführen eines Penis, Fingers oder eines anderen Objektes in ihre Vagina zuzulassen, trotz ihres eigenen, ausdrücklich geäußerten Wunsches, etwas einzuführen.“
Vaginismus gehört zu den sexuellen Funktionsstörungen, genauer zu Schmerzstörungen, und ist häufig zumindest organisch mitbedingt, kann aber auch rein psychisch bedingt sein.

Es werden üblicherweise zwei Arten von Vaginismus unterschieden:
Primärer Vaginismus besteht, wenn es bei einer Frau niemals möglich war, etwas schmerzfrei in die Vagina einzuführen. Er wird meistens erst in der Pubertät oder bei adoleszenten Frauen entdeckt, weil vorher üblicherweise kein diesbezüglicher Versuch unternommen wird.
Unter sekundärem Vaginismus leiden Frauen, deren Vaginismus durch ein bestimmtes Ereignis ausgelöst wurde. Auslöser können schwere traumatische Erlebnisse wie eine Vergewaltigung oder ein Geburtstrauma sein, aber auch vergleichsweise harmlose Erlebnisse wie eine unsanfte gynäkologische Untersuchung oder wiederholte Schmerzerlebnisse beim Geschlechtsverkehr.
Crowley et al. unterscheiden neben primärem und sekundärem Vaginismus noch weitere Formen:
Mögliche Therapien sind das Training mit Vaginaldilatoren, Biofeedback und Beckenbodentraining.
Vaginaldilatoren sind glatte, konisch geformte Stäbe (meistens in Sets mit mehreren Stäben unterschiedlicher Durchmesser erhältlich). Mit diesen wird die Vagina an das Einführen gewöhnt und desensibilisiert sowie das verspannte Gewebe gelockert.
Auch Beckenbodentraining, bisweilen gemeinsam mit vaginaler Selbstuntersuchung eingesetzt, kann einen wesentlichen Beitrag zur Heilung von Vaginismus leisten. Durch das Training der quergestreiften Beckenbodenmuskulatur kann die Kontrolle über die Muskulatur (zurück)gewonnen werden, da die betroffene Frau lernt, sie bewusst anzuspannen oder zu entspannen.
Psychotherapien können unterstützend sinnvoll sein, aber der hauptsächliche Behandlungserfolg wird in den meisten Fällen durch die körperliche Therapie erreicht.
Hannes Wader beschrieb eine solche Situation 1972 ironisch in seinem Sprechgesang Der Tankerkönig: „Warum haben Sie uns so erschreckt? Meine Bekannte hat’n Krampf und jetzt hängen wa fest!“

Zellcheming

Der Verein Zellcheming ist eine Vereinigung von Zellstoff- und Papier-Chemikern sowie Ingenieuren. Er wurde 1905 in Darmstadt auf Initiative von Carl Gustav Schwalbe (1871–1938) in Darmstadt gegründet und ist somit laut eigener Aussage der älteste technische/wissenschaftliche Verein in dieser Branche.
Seine Mitglieder kommen aus der Wissenschaft und der Zellstoff- sowie Papierverarbeitungs- und Herstellungsindustrie. Sein Ziel ist es, die Wissenschaft in der Zellstoff- bzw. Papierindustrie voranzutreiben. Sitz des Vereins ist Darmstadt.

Jedes Jahr hält der Verein seine Hauptversammlung in der letzten Juniwoche ab. Die begleitende Industrieausstellung, die Zellcheming-Expo, ist die größte jährliche Messe für die Zellstoff-, Papier- und Papierzulieferindustrie in Mitteleuropa.
2008 hatte die Zellcheming-Expo 301 Aussteller und 3.621 Besucher.
Der Verein ist in folgende Fachausschüsse untergliedert:
Die in Klammern angegebenen Abkürzungen wurden von den englischen Bezeichnungen der einzelnen Fachausschüsse abgeleitet.
Zum einhundertsten Geburtstag des Chemikers Alexander Mitscherlich (1936–1918) stiftete der Zellcheming im Jahre 1936 die Alexander-Mitscherlich-Denkmünze, um herausragende Arbeiten auf dem Bereich der Zelluloseforschung und der Zellulosechemie zu ehren. Erster Preisträger war 1936 der Papiertechnologe Walter Brecht. Weitere Preisträger sind: Emil Heuser (Chemiker) (1882–1953), Cellulosechemiker (1952); Rudolf Patt, langjähriger Professor am Institut für Holzchemie und chemische Technologie des Holzes in Hamburg (1999).
Im Jahre 1976 wurde von der Zellcheming die Walter-Brecht-Denkmünze zu Ehren des langjährigen Leiters des Darmstädter Institutes für Papierfabrikation gestiftet, um herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Papierforschung auszuzeichnen. Preisträger sind unter anderem: Helmut Stark von der Universität Graz (1999); Erwin Krauthauff, langjähriger Vorsitzender der INGEDE (2002).

Karl Bacher

Karl Bacher (* 10. Februar 1884 in Waltrowitz, Südmähren; † 8. Juli 1954 in Steyr) war ein Alt-Österreichischer Mundartdichter.

Als Kind eines Kleinbauern wurde Karl Bacher in Waltrowitz (Südmähren) geboren. Er studierte an der Universität Wien Latein, Griechisch und Germanistik und war anschließend als Mittelschullehrer in Znaim tätig. In den Jahren 1930 hielt er sich häufig in Zellerndorf in Niederösterreich auf, wo ein Kreis um Josef Pazelt seine Mundartstücke aufführte. 1931 war er Mitherausgeber von „Dichtungen in niederösterreichischer Mundart“.
Zum Ende des Zweiten Weltkrieges hielt sich Karl Bacher mit seiner Familie in Steyr auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sein, wie das gesamte Vermögen der deutschen Einwohner von Waltrowitz, laut dem Beneš-Dekret 108 konfisziert. Anschließend wurden die deutschen Bewohner vertrieben. Karl Bacher verblieb bis zu seinem Tod in Steyr.
Karl Bacher beschäftigt sich in seinen Werken mit Natur, Land und niederösterreichischen / südmährischen Brauchtum, charakteristisch dafür: „Dos Liad vo der Thaya“, ein unvollständig gebliebenes Epos in Hexametern, das postum 1974 veröffentlicht wurde.
In all seinen Gedichten „verkörpert“ sich seine tiefempfundene Liebe zu seiner Mutter und seinem Geburtsland, zB.: „Herdfeuer von Dahoam“ (1952), und in seinen vielen Einschaltungen im „Südmährischen Jahrbuch“ sowie „Südmährer“
In Zellerndorf befindet sich eine Gedenkstätte für Karl Bacher.
Lyrik
Dramatik
Prosa
Postum

Schinditz

51.06205555555611.722305555556150Koordinaten: 51° 3′ 43″ N, 11° 43′ 20″ O
Lage von Schinditz in Dornburg-Camburg
Schinditz ist ein Ortsteil der Stadt Dornburg-Camburg.
Der Ort liegt etwa 1,5 km nordöstlich von Camburg an der Straße nach Naumburg. Durch den Ort fließt der Schinditzbach in einem kleinen Seitental und mündet bei Tümpling als rechter Zufluss in die Saale.
1378 wurde der Ort urkundlich erstmals erwähnt. Bereits 1414 nannte die Stadt Camburg Schinditz als Vorwerk und Rittergut. Das Gut beeinflusste die Entwicklung des Dorfes stark. Schinditz gehörte zum wettinischen Amt Camburg, welches aufgrund mehrerer Teilungen im Lauf seines Bestehens zu verschiedenen Ernestinischen Herzogtümern gehörte. 1826 kam der Ort als Teil der Exklave Camburg vom Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg zum Herzogtum Sachsen-Meiningen. Von 1922 bis 1939 gehörte Schinditz zur Kreisabteilung Camburg.
Das bislang älteste noch erhaltene Verzeichnis der Einwohner des Ortes geht auf das erste Drittel des 15. Jahrhunderts zurück. Die örtliche Molkerei war nach dem Gut der größte Arbeitgeber. 1965 stellte man den Molkereibetrieb ein und produzierte Tiernahrung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gut enteignet und auf Bauern und Umsiedler aufgeteilt. Später unternahm eine Studienprojektgruppe der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit Bauern Obstbauversuche. Nach der Wende entwickelte der Investor aus dem Tiernahrungsbetreib ein Futtermittelwerk.
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Kraftwerk Staudinger

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Das Kraftwerk Staudinger ist ein vorwiegend mit Steinkohle befeuertes Dampfkraftwerk bei Großkrotzenburg im Bundesland Hessen, in der Nähe von Hanau, direkt am Main gelegen. Es ist nach dem ersten Aufsichtsratsvorsitzenden der PreussenElektra, Hans Staudinger benannt und wird von der Uniper Kraftwerke GmbH betrieben. Nach dem (2011 stillgelegten) Kernkraftwerk Biblis ist es das größte Kraftwerk Hessens. Zur Anlieferung der Kohle besteht ein elektrifizierter Gleisanschluss an die Main-Spessart-Bahn (Ganzzüge); der Hauptanteil wird per Schiff über den Main angeliefert.
Die Blöcke 2 und 3 wurden zum 31. Dezember 2012, ersterer nach langjährigem Stillstand, endgültig stillgelegt; Block 1 folgte nach dem Ende der Heizperiode zum 30. April 2013. Seit 2013 befindet sich nur noch der mit Steinkohle betriebene Block 5 mit einer elektrischen Leistung von 510 Megawatt im Regelbetrieb. Der mit Erdgas betriebene Block 4 kann nur noch von der Bundesnetzagentur und dem Netzbetreiber zur Sicherung der Netzstabilität genutzt werden.
Im Jahr 2010 war das Kraftwerk Staudinger laut europäischem Schadstoffregister PRTR mit circa 4,5 Mio. Tonnen CO2 das Steinkohlekraftwerk mit dem vierthöchsten Kohlendioxidausstoß in Deutschland.

Das Kraftwerk verfügte über fünf Blöcke, die noch alle bestehen, von denen aber nur noch Block 5 regelmäßig betrieben wird. Ein geplanter sechster Block wurde 2012 aus wirtschaftlichen Gründen abgesagt.
Die baugleichen und je 249 MW starken Blöcke 1 und 2 wurden 1965, der 293 MW Nettoleistung liefernde Block 3 1970, jeweils als Mittellastkraftwerke, in Betrieb genommen und zum 31. Dezember 2012 stillgelegt. Block 1 wurde über dieses Datum hinaus noch bis zum 30. April 2013 zur Absicherung der Fernwärmeversorgung betriebsbereit vorgehalten.
Alle drei Blöcke dienten der Erzeugung von Mittellaststrom, Block 1 und Block 2 außerdem der Auskopplung von Fernwärme. Block 2 wurde im April 2001 in die Kaltreserve überführt und bis zur formellen Stilllegung nicht mehr angefahren.
Im Jahre 2006 kündigte E.ON (heute Uniper) an, Staudinger 1 und 3 sowie den de facto seit 2001 nicht mehr betriebenen Block 2 zum 31. Dezember 2012 endgültig stillzulegen. Zu diesem Zeitpunkt ging das Unternehmen von einer Betriebsaufnahme von Staudinger 6 während des Jahres 2012 aus. Weil mit Stand 2010 von einer Inbetriebnahme des Blockes 6 nicht vor 2016 auszugehen war, entschloss sich E.ON im Herbst 2010 dazu, die Verzichtserklärung zumindest für Block 1 zu widerrufen. Diesem Ansinnen E.ONs gab das Regierungspräsidium Darmstadt im Mai 2011 statt. Am 31. August 2011 empfahl die Bundesnetzagentur, aufgrund der im Zuge der Abschaltung älterer Atomkraftwerke zu erwartenden Stromengpässe im Winter 2012/2013 einen Weiterbetrieb von Block 3 bis mindestens 31. März 2013 zu prüfen.
Im Dezember 2012 gab das Regierungspräsidium Darmstadt entgegen einer früheren Entscheidung bekannt, dass Block 1 wie auch die Blöcke 2 und 3 wie vorgesehen zum Jahresende 2012 stillgelegt werden müsse. Grundlage für diese Entscheidung war die zurückgewiesene Klage E.ONs bezüglich des Weiterbetriebs des Kraftwerks Datteln, wo E.ON wie auch beim Kraftwerk Staudinger zunächst eine Stilllegung der Altblöcke beantragt und später wieder zurückgenommen hatte. Diese gerichtliche Entscheidung sei auch für das Kraftwerk Staudinger bindend; die Betriebsgenehmigung erlösche damit zum 1. Januar 2013, da die durch E.ON gegebene Stilllegungserklärung trotz späterer Widerrufung nicht rückgängig gemacht werden könne. Damit sei die später beantragte Verlängerung der Betriebsdauer von Block 1 nicht möglich. Weil zur Absicherung der Fernwärmeversorgung Hanaus und Großkrotzenburgs in der Heizperiode 2012/2013 noch keine anderweitige Reserve zur Verfügung stand, wurde der Weiterbetrieb des Blockes 1 bis zum 30. April 2013 geduldet.
Block 1 und 2, die mit Durchlaufkühlung betrieben wurden, verfügen über jeweils zwei 38 Meter hohe Ventilatorkühltürme, die bei sommerlicher Hitze oder niedrigem Pegel des Mains zugeschaltet werden konnten, um die Belastung des Flusses durch erwärmtes Kühlwasser zu verringern. Block 3, welcher über einen 50 Meter hohen Ventilatorkühlturm verfügt, konnte sowohl im Durchlauf- als auch im Kreislaufkühlbetrieb gefahren werden. Die Schornsteine von Block 1, 2 und 3 sind jeweils 195 Meter hoch.
Block 4 wird mit Erdgas befeuert und dient der Erzeugung von Spitzenlaststrom. Der mit 622 Megawatt Nettonennleistung stärkste Block des Standortes wurde 1977 in Betrieb genommen. Der Kühlturm von Block 4 ist 128 Meter hoch, sein Schornstein hat 250 Meter Höhe und ist damit der höchste Schornstein in Hessen. Im Jahre 2009 wurde der Kühlturm von Block 4 innen saniert, 2011 folgte die Sanierung der Außenwände. Im Zuge der Außensanierung erhielt der Kühlturm einen neuen Anstrich in lichtgrau mit einem himmelblauen Ring in der oberen Hälfte.
Im Mai 2012 vermeldete die Financial Times Deutschland, dass E.ON plane, Block 4 sowie drei Gaskraftwerke in Bayern aufgrund mangelnder Rentabilität 2013 stillzulegen. Vonseiten E.ONs wurden diesbezügliche Meldungen zunächst dementiert. Ende 2012 kündigte E.ON an, den Block abschalten zu wollen, und meldete ihn zum 1. Dezember 2012 von der Teilnahme am Strommarkt ab. Aufgrund einer Vereinbarung mit der Bundesnetzagentur, die den Block für systemrelevant erklärt hatte, wird Block 4 bis zum Ende des ersten Quartals 2016 von E.ON in Betriebsbereitschaft gehalten; das Anfahren wird von der Bundesnetzagentur und dem Netzbetreiber TenneT gesteuert. Am 2. Februar 2015 entsprach die Bundesnetzagentur dem Antrag des Netzbetreibers TenneT, die Ausweisung der Systemrelevanz des Blockes Staudinger 4 um zwei Jahre zu verlängern. Block 4 wird gemäß dieser Entscheidung bis zum 2. Mai 2018 betriebsbereit vorgehalten.
Der 510 Megawatt starke Block 5 wurde 1992 in Betrieb genommen. Er dient der Erzeugung von Grundlaststrom, zudem wird Fernwärme ausgekoppelt. Eine Besonderheit des Blocks 5 ist, dass er keinen Schornstein hat, sondern die gereinigten Rauchgase über den 141 Meter hohen Kühlturm emittiert werden. Er wird durch Steinkohle und die Mitverbrennung kommunaler und kommunalähnlicher Klärschlämme (drei Prozent) befeuert. Jährlich werden 60.000 Tonnen Klärschlamm entsprechend 10 % der in Hessen anfallenden Gesamtmenge verbrannt. In Block 5 werden stündlich maximal 19 Tonnen Petrolkoks durch Verbrennung entsorgt.
Am 12. Mai 2014 kam es nach Abriss einer Dampfleitung zu einer Explosion im Kessel, infolgedessen mehrere Löcher in die Fassade gerissen wurden. Daraufhin wurde der Block 5 herunter gefahren. Ursache war ein geborstenes Bauteil an einer Kessel-Umwälzpumpe. Der Schaden wird auf 25 Millionen Euro geschätzt, der Betriebsausfall ist darin nicht enthalten. Nachdem Block 5 ab dem 6. Januar 2015 einen Probebetrieb absolviert hatte, nahm er am 15. Januar 2015 mit Genehmigung des Regierungspräsidiums Darmstadt wieder den Regelbetrieb auf.
Im Zuge der Modernisierung seiner Kraftwerksanlagen beschloss der E.ON im Dezember 2006, das Kraftwerk Staudinger um einen sechsten Block mit einer elektrischen Nettoleistung von 1.055 MW zu erweitern (1.100 MW elektrische Bruttoleistung, Auslegung geplant wie Datteln 4). Ursprünglich waren die Stadtwerke Hannover mit einem Anteil von 12,6 % an Block 6 beteiligt, zogen sich jedoch Ende 2010 zurück. Am 29. Dezember 2010 erteilte das Regierungspräsidium Darmstadt die erste Teilgenehmigung für Block 6. Im November 2012 gab E.ON bekannt, auf das Projekt zu verzichten. Als Grund wurden wirtschaftliche Überlegungen genannt, da die energiewirtschaftliche Situation keine hinreichende Investitionssicherheit biete.
Technische Daten zum geplanten Block 6:
Gegen die Ausbaupläne der E.ON sprachen sich zahlreiche Gemeinden, Städte und Bürgerinitiativen in der Region aus, da sie keine zusätzliche Belastung der Rhein-Main-Region hinnehmen wollten. Durch die Höhe des Kühlturms, der zur Abgasableitung genutzt werden sollte, ergab sich ein Radius von 10 Kilometern, in dem die höchste Schadstoffbelastung (Immission) entstanden wäre. Dieser Radius reichte von Maintal bis Alzenau und von Erlensee bis Rodgau-Dudenhofen. Durch die hessische Landesregierung wurde 2008 ein Raumordnungsverfahren eingeleitet, um die Bedenken in der Region in die Überlegungen zum Standort einzubeziehen. Im Anschluss stellte E.ON die Genehmigungsanträge nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) und dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG).
Seit Anfang 2007 bis zum Ende des Bauprojektes gab E.ON die kostenlose Zeitung neben.an heraus. In der Zeitung wurde das Kraftwerk Staudinger in seiner jetzigen Form vorgestellt und beispielsweise Berichte über Tage der offenen Tür veröffentlicht oder die Technik der Fernwärme allgemeinverständlich erläutert.
Am 29. Dezember 2010 erteilte das Regierungspräsidium Darmstadt die Teilgenehmigung für Block 6. Die zweite Teilgenehmigung zur Errichtung der Baugruben und der Werksstraßen erfolgte im Mai 2011. Im März 2012 wurde die wasserrechtliche Genehmigung für die Blöcke 4 und 5 sowie den geplanten Block 6 befristet bis 2028 erteilt. Die Genehmigung sieht u.a. vor, die Einleitung von Quecksilber bis zum Jahr 2018 schrittweise von derzeit 507 Gramm auf 231 Gramm pro Jahr zu verringern. Mitte November 2012 gab E.ON bekannt, auf den Bau von Block 6 zu verzichten; am 3. Dezember 2012 wurde die Genehmigung an das Regierungspräsidium zurückgegeben.
Im November 2007 erteilte das Regierungspräsidium Darmstadt die Baugenehmigung für zwei geschlossene Kohlerundlager, beide mit einer Höhe von 58 Metern, einem Durchmesser von 125 Metern und einem Fassungsvermögen von jeweils 220.000 Tonnen Steinkohle. Nach Angaben von Uniper gibt es kein vergleichbares Bauwerk in Deutschland. Der Bau des ersten Kohlerundlagers wurde 2010 abgeschlossen. Im heißen Sommer 2010 gab es einen Schwelbrand im Rundlager, der zur Geruchsbelästigung der Anwohner führte. Das zweite Lager wurde aufgrund des Verzichts auf Block 6 nicht gebaut.
Der Netzanschluss für Block 1 erfolgt auf der 220-kV- und für die Blöcke 3 bis 5 auf der 380-kV-Höchstspannungsebene in das Stromnetz des Übertragungsnetzbetreibers TenneT TSO.
Kritiker bemängeln am Kraftwerk Staudinger die hohen Emissionen an Stickstoffoxiden, Schwefeloxiden, Quecksilber und Feinstaub, an dem Krebs erzeugende Substanzen (Blei, Cadmium, Nickel, PAK, Dioxine und Furane) haften können. Eine von Greenpeace bei der Universität Stuttgart in Auftrag gegebene Studie kommt 2013 zu dem Ergebnis, dass die 2010 vom Kraftwerk Staudinger ausgestoßenen Feinstäube und die aus Schwefeldioxid-, Stickoxid- und NMVOC-Emissionen gebildeten sekundären Feinstäube statistisch pro Jahr zu 511 verlorenen Lebensjahren führen (Rang 12 der deutschen Kohlekraftwerke).
Außerdem stehen angesichts des Klimawandels die CO2-Emissionen des Kraftwerkes in der Kritik von Umweltverbänden. Auf der im Jahr 2007 vom WWF herausgegebenen Liste der klimaschädlichsten Kraftwerke in Deutschland rangierte das Kraftwerk Staudinger mit 840 g CO2 pro Kilowattstunde auf Rang 29.
Das Kraftwerk Staudinger meldete folgende Emissionen im europäischen Schadstoffregister „PRTR“:
Weitere typische Schadstoffemissionen wurden nicht berichtet, da sie im PRTR erst ab einer jährlichen Mindestmenge meldepflichtig sind, z.B. Dioxine und Furane ab 0,0001 kg, Chrom sowie Kupfer ab 100 kg, Blei sowie Zink ab 200 kg, Ammoniak und Chlorwasserstoff ab 10.000 kg, flüchtige organische Verbindungen außer Methan (NMVOC) ab 100.000 kg und Kohlenmonoxid ab 500.000 kg.
Die Europäische Umweltagentur hat die Kosten der Umwelt- und Gesundheitsschäden der 28.000 größten Industrieanlagen in der Europa anhand der im PRTR gemeldeten Emissionsdaten mit den wissenschaftlichen Methoden der Europäischen Kommission abgeschätzt. Danach liegt das Kraftwerk Staudinger auf Rang 93 der Schadenskosten aller europäischen Industrieanlagen.

Buibau

Buibau (Boibau, Buibao, Boebau) ist ein osttimoresisches Dorf, Aldeia und Suco im Verwaltungsamt Baucau (Gemeinde Baucau).

Der Ort Buibau liegt nah des Zentrums des Sucos, auf einer Meereshöhe von 199 m. Hier befindet sich die Grundschule des Sucos, die Escola Primaria No. 7 Buibau.
In Buibau leben 3.708 Einwohner (2010, 2004: 3.493). Etwa 85 % der Einwohner geben Makasae als ihre Muttersprache an. Etwa 15 % sprechen Tetum Prasa.
Der Suco liegt im Zentrum des Verwaltungsamts Baucau und hat eine Fläche von 25,62 km². Im Norden grenzt er an die Sucos Bahu, Buruma und Caibada, im Osten an Seiçal, im Süden an Samalari und Uailili und im Westen an Tirilolo. Der Fluss Seiçal berührt im Südosten die Grenze des Sucos. Buibau ist ein Zentrum des Reisanbaus im Verwaltungsamt Baucau.
In den Norden des Sucos reichen die Ausläufer der Gemeindehauptstadt Baucau. Quer durch den Suco führt die Überlandstraße von Baucau nach Viqueque. An ihr liegen die Orte Cailara, Loidua, Uaimoribere, Samalaculiba (Samalakuliba), Builai und Alala. Östlich der Straße liegen die Orte Rabei, Latua, Loi Dua, Buibau, Rahameta, Lanerubi (Laherubi) und Ossoluga. Neben der Grundschule in Buibau gibt es in Ort noch die Escola Primaria Belavista und eine weitere Grundschule. Außerdem gibt es eine Prä-Sekundärschule.
Im Suco befinden sich die sechs Aldeias Alala, Buibau, Builai, Loidua, Manulai und Samalaculiba.
Buibau war eines der traditionellen Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Es erscheint auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte. Im April 1896 schloss der Liurai von Buibau mit Portugal einen schriftlichen Vertrag über seinen Vasallenstatus. Es gibt Quellen, die angeben, dass die heutigen Sucos von Buibau, Samalari, Uailili und Gariuai vor und während der gesamten Kolonialzeit im Reich Fatumaka vereinigt waren, deren Einwohner auch heute noch einen eigenen Dialekt des Makasae, das Makasae Fatumaka sprechen.
Ende 1979 wurden Tausende Osttimoresen zur besseren Bekämpfung des Widerstandes gegen die indonesischen Invasoren zwangsumgesiedelt. Eines der vielen Lager befand sich in Buibau. Mehrere Familien, die Angehörige im Widerstand hatten, wurden 1981 auf die Insel Atauro deportiert.
Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Virgilio de Sarmento zum Chefe de Suco gewählt. Bei den Wahlen 2009 gewann Francisco Ximenes.
Bahu | Bucoli | Buibau | Buruma | Caibada | Gariuai | Samalari | Seiçal | Tirilolo | Triloca | Uailili
-8.5077777777778126.465Koordinaten: 8° 30′ S, 126° 28′ O

Sfax Railways Sports

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Sfax Railways Sports ist ein tunesischer Sportverein aus der Hafenstadt Sfax und spielte während der Saison 2013/14 in der zweiten tunesischen Liga. Die Vereinsfarben des tunesischen Zweitligisten sind Schwarz-Gelb. Der Verein spielt im Stadion des 2. März, das Platz für 4.000 Zuschauer bietet. Im Volksmund wird der Verein oft einfach nur SRS oder Railways genannt.
Sfax Railways Sports wurde 1920 unter dem Namen Université Club gegründet, ein Jahr später wurde der Name zu Sporting Club de Sfax geändert. Schlussendlich wurde 1925 der noch heute verwendete Name angenommen. Der Verein spielte seit der Unabhängigkeit Tunesiens, mit einigen Unterbrechungen, bis 1995 in der höchsten tunesischen Spielklasse und errang in der Zeit drei Meisterschaften und erreichte dreimal das Finale des tunesischen Pokals. Von dem Abstieg in der Saison 1994/95 konnte sich der Klub aus Sfax nie erholen und ist seit dem nicht mehr in die erste Liga aufgestiegen. SRS verbrachte 34 Spielzeiten in der ersten Liga und spielte 856 Spiele. 258 Siege, 288 Unentschieden und 310 Niederlagen bei einem Torverhältnis von 871 zu 966 Toren sind die Bilanz des Klubs in der ersten Liga. Der Verein konnte finanziell nicht mithalten und musste nach dem Abstieg verstärkt auf Spieler aus den eigenen Reihen setzen. Die Jugendarbeit des Teams hat viele Erstligisten hervorgebracht, vor allem für den Stadtrivalen Club Sportif Sfaxien. Die Rivalität ist aufgrund der Tatsache, dass die beiden Klubs seit Jahrzehnten in verschiedenen Ligen spielen, CSS in der ersten Liga und Railways in der zweiten beziehungsweise dritten Liga, nicht mehr so brisant und wurde seit 1995 nicht mehr ausgespielt. Während der Club Sportif Sfaxien zu den Topklubs in Tunesien und Afrika gezählt wird, spielt Sfax Railways Sports sportlich gesehen nur eine untergeordnete Rolle. Zwischen 1956 und 1995 wurde das Derby 68-mal gespielt, Club Sportif Sfaxien hat in der Vergangenheit 32 Siege errungen, 9-mal gewann Sfax Railways und 27-mal endete das Derby mit einem Unentschieden. Sfax Railways Sports erzielte im Derby 49 Tore und kassierte 90. Als höchster Derbysieg für die Schwarz-Gelben gilt das 3:0 aus der Saison 1955/56, die höchste Niederlage im Stadtderby war ein 0:5 aus der Saison 1982/83.

Nikolaus Michael Oppel

Nikolaus Michael Oppel, auch Nicolaus, (* 7. Dezember 1782 in Schönficht, Plößberg, Oberpfalz; † 16. Februar 1820 in München) war ein deutscher Zoologe (Herpetologe) und Illustrator.

Oppel wurde in Schönficht, das damals zu Bayern gehörte, geboren als Sohn des Obmanns der örtlichen Bauernschaft. Er wurde vom Pfarrer privat in Latein unterrichtet und besuchte zuerst das Gymnasium und dann das Lyzeum in Amberg, wo er Zeichenunterricht erhielt und sich durch Lektüre der Naturgeschichte von Georges-Louis Leclerc de Buffon für Zoologie interessierte. Er erwarb durch sein Talent und seine Zeichnungen die Aufmerksamkeit hochgestellter Gönner. 1807 bis 1809 war er zum Studium in Paris am Muséum national d’histoire naturelle dank eines Stipendiums des damals mit Frankreich verbundenen bayerischen Königs Maximilian I. Joseph und gefördert durch Karl von Moll und Maximilian von Montgelas. Am Pariser Museum für Naturgeschichte war er Assistent des Herpetologen André Marie Constant Duméril und hatte Kontakte zu den Naturforschern in Paris Georges Cuvier, Jean-Baptiste de Lamarck, Alexander von Humboldt, Bernard Germain Lacépède und Pierre André Latreille. Teilweise arbeitete er für diese als Illustrator, und von ihm sind hervorragende Aquarelle von Reptilien aus dieser Zeit in der Bayerischen Staatsbibliothek in München erhalten. Anscheinend unternahm er 1809 auch eine Reise durch Frankreich, Italien und Spanien. Nach seiner Rückkehr wurde er Adjunkt und danach 2. Konservator an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Nachdem Johann Baptist von Spix als Konservator berufen wurde, war er nur noch Zeichner. Außerdem war er ab 1817 als Nachfolger von Joseph Ritter von Petzl Professor für Naturgeschichte am Lyzeum in München. 1819 heiratete er die Französin Eugenie Roussel aus Argenteuil, mit der er eine Tochter hatte. Er starb schon 1820 durch das Einatmen giftiger Gase beim Anfertigen von Radierungen.
Er befasste sich besonders mit Taxonomie und vergleichender Anatomie von Reptilien und Amphibien. Von ihm stammt die Erkenntnis, dass Schleichen der Gattung Anguis und Ophisaurus (Glasschleichen) keine Schlangen, sondern Eidechsen sind und Blindwühlen zu den Amphibien gehören und somit ebenfalls keine Schlangen sind. Im Gegensatz zu seinem bayerischen Kollegen und Konkurrenten Spix war er kein Anhänger der zeitgenössischen Naturphilosophie, sondern nüchterner Beschreiber der Natur, in der er (wie eines seiner Gedichte nahelegt) eine gottgewollte Ordnung wirken sah.
Seine in Paris geschaffene Sammlung von mehreren hundert Aquarellen von Reptilien und Amphibien sollte in eine Naturgeschichte der Amphibien und Reptilien einfliessen, von der nur das Heft über Krokodile 1817 erschien (mit Friedrich Tiedemann, Joseph Liboschitz (1783–1824)).
Er arbeitete nicht nur als Zeichner und Maler, sondern auch als Kupferstecher und wahrscheinlich als Lithograph.
Alexander von Humboldt unterstützte er in Paris bei der Herausgabe seiner Reiseberichte und Humboldt benannte einen von Oppel entdeckten Schmetterling nach ihm (Oppelia).
In seinem Buch über Reptilien von 1811 führte er die Ordnung Schuppenkriechtiere (Squamata), die Familien Meeresschildkröten (Cheloniidae) und Nattern (Colubridae) und die Unterfamilie Grubenottern (Crotalinae) ein und mehrere Gattungen von Reptilien.
Der Nachlass in der Bayerischen Staatsbibliothek

Mašovice

Mašovice (deutsch Groß Maispitz) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt sechs Kilometer westlich von Znojmo und gehört zum Okres Znojmo.

Mašovice befindet sich am Rande des Nationalparkes Podyjí in der Citonická plošina (Edmitzer Ebene). Das Längsangerdorf liegt am Hang eines rechten Seitentals des Mašovický potok (Maispitzer Bach). Südöstlich erhebt sich die Klínka (394 m n.m.), im Südwesten die Lipina (438 m n.m.), der Čerchov (438 m n.m.) und die Horka (431 m n.m.) sowie westlich der Kozí vrch (430 m n.m.). Zwei bis drei Kilometer östlich und südlich des Ortes verläuft das mit dem Stausee Znojmo teilweise geflutete Kerbtal der Thaya.
Nachbarorte sind Citonice und Mramotice im Norden, Kasárna und Cinová Hora im Nordosten, Mašovický Dvůr und Hradiště im Osten, Andělský Mlýn, Sedlešovice, Konice und Popice im Südosten, Havraníky, Hnanice und Mitterretzbach im Süden, Hofern und Niederfladnitz im Südwesten, Podmolí, Nová Ves und Lukov im Westen sowie Čížov, Horní Břečkov und Bezkov im Nordwesten.
Archäologische Funde belegen eine durchgehende Besiedlung des Gemeindegebietes seit dem Ende der Jungsteinzeit. Die am Ortsrand in der Flur Pšeničná entdeckte zweifache Ringgrabenanlage aus der Zeit der Mährischen Bemaltkeramik-Kultur war der erste derartige Fund in Mähren. Durch Luftaufnahmen wurden der äußere Ring mit einem Durchmesser von 110 m und der innere Ring mit 80 m bemessen; damit stellt die Anlage nach der in Vedrovice die zweitgrößte in Mähren dar. Es wird angenommen, das sich nach allen vier Himmelsrichtungen Eingangstore befanden; durch Ausgrabungen konnten Reste des West- und des Nordtores aufgefunden werden. Im Graben fanden sich Rinderhörner von bis zu 50 cm Länge; ob sich diese ursprünglich auf Pfählen im Innern der Anlage befanden oder nutzlos in den Graben geworfen wurden, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. In den Jahren 2007 und 2008 wurden zwei Venusfigurinen aufgefunden, die mit „Hedvíka“ und „Johanka“ bezeichnet wurden. Die 2007 entdeckte Hedvíka, die nur als Torso mit dem Unterleib und einem Bein erhalten ist, war vermutlich 50 cm groß. Sie ist der einzig bekannte Fund einer Figurine dieser Größe in Europa und dem Orient; im Jahre 2008 wurde eine Nachbildung gefertigt. Bei einer großflächigen Ausgrabung wurde außerdem eine Siedlung der Linearbandkeramischen Kultur freigelegt; es wird angenommen, dass der Platz bis zum zweiten Jahrhundert v. Chr. durchgehend bewohnt wurde.
Mašovice wurde vermutlich im Jahre 1046 gegründet. Erstmals schriftlich erwähnt wurde das Dorf 1052 zusammen mit anderen Orten in einer Schenkungsurkunde des Herzogs Břetislav I. für das Kollegiatkapitel Stará Boleslav, die jedoch ein Falsifikat aus dem 12. Jahrhundert ist. In der Beschreibung des Bistums Olmütz aus dem Jahre 1131 waren zwei Freilahne in Masovic unter den Gütern der Znaimer Kirche aufgeführt. Im Jahre 1220 schenkte der Znaimer Burggraf Jimram von Boskowitz dem Kloster Brück für die neu gegründete Kirche der hl. Margarethe in Přímětice neben Land in Přímětice und Kuchařovice auch einen Wald bei Massovitz, womit jedoch wahrscheinlich das heutige Hluboké Mašůvky gemeint ist. Markgraf Ottokar II. Přemysl überließ 1252 einen Teil von Mašovice der Propstei und der Kirche St. Hippolyt auf dem Pöltenberg und bestätigte den Kreuzherren mit dem Roten Stern am 6. Juni desselben Jahres den Besitz. 1259 erwarben der erste Pöltenberger Propst Karl auch den anderen Teil des Dorfes vom Zisterzienserinnenkloster Marienthal in Oslavany im Tausch gegen Řeznovice. Nach Ottokars Tod besetzten im Jahre 1278 die Truppen des deutschen Königs Rudolf I. Mähren, dabei wurde Mašovice geplündert und verwüstet.
Im Jahre 1324 erfolgte die Wiederbesiedlung des verödeten Dorfes; der Pöltenberger Propst schloss mit dem Richter in Šatov einen Vertrag über die Neubesiedlung von acht wüsten Huben in Mašovice. Zwei weitere Huben in Maspitz überließ die Propstei 1335 auf Lebenszeit dem Pfarrer mit anschließender Rückfallklausel. Im Jahre 1408 besaßen die Bítovský von Lichtenburg vier Huben in Maspitz, die der Burg Bítov untertänig waren. Etwa einen Kilometer östlich von Maspitz entstand das Dörfchen Klein Maspitz. In den Anfangsjahren des Dreißigjährigen Krieges veräußerte die Probstei Pöltenberg aus Geldnöten mehrere Grundstücke an Bauern. Nach Beendigung des Krieges sind für Maspitz im Hufenregister (Lánský rejstřík) 45 Anwesen ausgewiesen, von denen 14 wüst lagen. Im Jahre 1660 kaufte die Propstei zwecks Errichtung einer Schäferei vier Anwesen in Klein Maspitz auf. Zwanzig Jahre später erwarb sie auch die übrigen beiden Gehöfte, um an deren Stelle einen Meierhof anzulegen. Die Bewohner des Dörfchens wurden in das nördlich von Maspitz neu angelegte Straßenangerdorf Klein Maspitz umgesiedelt. Beim Pestausbruch von 1680 starben in Maspitz 155 Einwohner. Später wandelte sich der Ortsname in Maispitz. Zur Unterscheidung von Tief Maispitz wurde Maispitz ab 1751 als Groß Maispitz bezeichnet. Die beiden nebeneinander liegenden Dörfer Groß Maispitz und Klein Maispitz bestanden im Jahre 1793 aus insgesamt 60 Häusern mit 405 Einwohnern. Ihre Fluren umfassten 1233 Joch Ackerland, von denen 100 zum Meierhof gehörten, 91 Joch Hutweideland, 46 Joch Wiesenland sowie 38 Joch Gartenland. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs Klein Maispitz mit Groß Maispitz zu einer Einheit zusammen.
Im Jahre 1834 bestand das Dorf Groß Maispitz bzw. Mašowice welke aus 73 Häusern mit 464 zu gleichen Anteilen deutsch- und mährischsprachigen Einwohnern. Haupterwerbsquelle war die Landwirtschaft. Die zum Znaimer Dekanat gehörige Pfarradministratur stand zusammen mit der Kirche und der Schule unter dem Patronat der Pöltenberger Kreuzherren. Abseits lagen der obrigkeitliche Meierhof (Mašovický Dvůr) mit einem Beamtenwohnhaus und einem Jägerhaus, sowie zwei Mühlen am Maispitzer Bach. Der Ort war Sitz eines der drei herrschaftlichen Forstreviere. Groß Maispitz war Pfarrort für Weskau. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Groß Maispitz der Stiftsherrschaft Pöltenberg untertänig. Amtsort war Pöltenberg. 1841 wurde neben der Kirche eine neue Schule errichtet, zuvor erfolgte der Unterricht im Wirtshaus Pelánov, dem heutigen Sitz des Gemeindeamtes.
Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Groß Maispitz / Velké Mašovice ab 1849 mit dem Ortsteil Bezkov eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Znaim. Bezkov löste sich 1867 los und bildete eine eigene Gemeinde. 1868 wurde Groß Maispitz Teil des Bezirkes Znaim. Im Jahre 1880 lebten in der Gemeinde 518 Tschechen und 15 Deutsche, zehn Jahre später waren es ausschließlich 536 Tschechen. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1900 gegründet. 1907 erfolgte der Bau eines neuen Schulhauses hinter der Kirche, das vorherige Schulgebäude wurde zum Pfarrhaus umgenutzt. Im Jahre 1910 lebten in den 121 Häusern von Groß Maispitz 552 Personen, davon 540 Tschechen und zehn Deutsche. Die Verbindungsstraße nach Bezkov wurde 1912 gebaut. Nach dem Ersten Weltkrieg zerfiel der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn, das Dorf wurde danach Teil der Tschechoslowakischen Republik. Als tschechischer Ortsname wurde 1924 Mašovice festgelegt. 1928 erhielt Groß Maispitz eine Linienbusverbindung nach Znaim. Beim Zensus von 1930 bestand Groß Maispitz aus 135 Häusern und hatte 530 Einwohner, darunter 528 Tschechen. In der Mitte der 1930er Jahre entstand südlich von Groß Maispitz eine leichte Bunkerlinie des Tschechoslowakischen Walls. Nach dem Münchner Abkommen blieb Groß Maispitz zusammen mit Weskau zunächst bei der Tschechoslowakei, beide Dörfer gerieten jedoch in eine Insellage; zum angrenzenden tschechoslowakischen Gebiet bei Brenditz und Kasern führte keine Straße, dazwischen lag der Granitzgrund. Im Zuge der Grenzbereinigung vom 20. November 1938 erfolgte der Austausch von Groß Maispitz gegen Edmitz. Am 24. November 1938 wurde das Dorf von deutschen Truppen besetzt und dem deutschen Landkreis Znaim zugeordnet. Groß Maispitz war die einzige, ausschließlich von Tschechen bewohnte Gemeinde im Kreis. Beim Zensus von 1939 lebten in Groß Maispitz 562 Tschechen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam Mašovice zur Tschechoslowakei zurück und bildete wieder eine Gemeinde im Okres Znojmo. Im Jahre 1961 lebten in den 126 Häusern von Mašovice 476 Menschen. Seit 2002 führt die Gemeinde ein Wappen und Banner. Ab 2004 entstand in der Flur Pšeničná ein neues Wohngebiet mit 40 Eigenheimen.
Für die Gemeinde Mašovice sind keine Ortsteile ausgewiesen. Zu Mašovice gehören die Einschichten Mašovický Dvůr (Groß Maispitzer Hof) und Andělský Mlýn (Obere Mühle).
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Business Inkubator Ventspils

Der Business Inkubator (BI) Ventspils ist eine mit öffentlicher Beteiligung getragene Institution zur regionalen Wirtschaftsförderung der Hafenstadt Ventspils in der Region Kurland im Westen Lettlands. Nach dem Beitritt Lettlands zur Europäischen Union im Mai 2004 wurden zahlreiche Projekte unterstützt und finanzielle Mittel zur Förderung einzelner Regionen erst zugänglich. Der Business Inkubator ging dabei als Teil des sogenannten PHARE Programms hervor, welches Investitionsbeihilfen für Infrastrukturen, sowie Regionalentwicklung in den neuen Beitrittsländern der Europäischen Union vorsah. In der Region Kurland ist der BI die einzige Institution, die Unternehmensgründer im High-Technology Bereich unterstützt. Der BI wurde im Februar 2006 gegründet und ist eine strukturelle Einheit der Stiftung Ventspils High Technology Park, dem Technologie und Innovationszentrum in Ventspils.

In erster Linie werden junge Unternehmer und Existenzgründer, die im High Tech Bereich tätig sind, während ihrer Aufbauphase in einem Zeitraum von 3 Jahren begleitet. Neben der Entwicklung und Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen wird auch bei der Vermarktung Unterstützung geleistet. Außerdem steht die Beratung junger Unternehmen bei der Erstellung von Business Plänen, bei Finanzierungsfragen und beim Marketing im Vordergrund. Zurzeit arbeiten 20 Angestellte in 8 verschiedenen Start-Up-Unternehmen im Business Inkubator, wobei dessen Räumlichkeiten mit zunehmender Nachfrage weiter ausbaufähig sind. Der BI hat zurzeit eine Fläche von 460 m2 und wird 2008 auf 1000 m2 ausgebaut. Neu gegründete Unternehmen können sich maximal 3 Jahre lang im Business Inkubator aufhalten und dürfen nach ihrer “Inkubationszeit” maximal 5 Jahre alt sein.
Der BI bietet jungen Unternehmen während dieser Zeit eine Reihe von Beihilfen an:
Diese finanzielle Beihilfe für die jungen Unternehmen wird dabei vom lettischen Staat in verschiedenen Raten, abhängig vom Alter des jeweiligen Unternehmens, gewährt:
Hohe finanzielle Verpflichtungen werden in der Aufbauphase bewusst von den jungen Unternehmen ferngehalten, um Ihre Entwicklungsfähigkeit zu fördern. Die jungen Unternehmen können darüber hinaus auch verschiedene Arten von Beratungsdienstleistungen in Anspruch nehmen, für die jeweils noch zusätzlich ein einmaliger Betrag vom lettischen Staat vergeben wird.
Folgende Beratungsprogramme stehen dabei zur Auswahl:
Über die Aufnahme der Unternehmen im Business Inkubator entscheidet eine Auswahlkommission in der, neben dem Vorstand des Business Inkubators, auch Vertreter der Hochschule Ventspils sind. Die Unternehmen dürfen bei ihrer Aufnahme nicht älter als 3 Jahre sein und müssen im High-Technology-Bereich tätig sein. Die Kommission entscheidet unter der Berücksichtigung verschiedener Kriterien über die Realisierbarkeit und Tragfähigkeit der Geschäftsideen.
Das Team des Ventspils High-Technology Parks besteht sowohl aus Wirtschafts- und Finanzfachleuten, als auch aus der Jurisprudenz und der Industrie, die u.a. spezialisiert sind in der Innovations- und Technologieentwicklung. Im Jahr 2007 setzt sich der Vorstand des Ventspils High-Technology Park, der Verwaltungsvorstand, sowie der Vorstand des Business Inkubators wie folgt zusammen:
Seit der Gründung im Februar 2006 besteht außerdem ein enges Netzwerk von Kooperationspartnern aus den Kernbereichen Wirtschaft und Bildung, sowie Wissenschaft und Forschung. Die Förderung von Innovationen, sowie die industrielle und wirtschaftliche Entwicklung in Ventspils werden durch diese enge Zusammenarbeit der drei Kernbereiche unterstützt.
Dabei ist die Hochschule Ventspils (Ventspils University College) einer der Hauptpartner des Business Inkubators. Mit seinem Ingenieurforschungszentrum und dem Internationalen Zentrum für Radioastronomie trägt die Hochschule maßgeblich zur Entwicklung neuer Produkte bei. Weitere Synergieeffekte entstehen auch durch die Partnerschaften zu Allgemeinen Bildungseinrichtungen, der 20. Berufsschule Ventspils und der Außenstelle der Technischen Universität Riga in Ventspils.